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Frage nach dem Sinn der Maßnahmen

Stopp des Alkoholverkaufs in Tokyo löst Wut und Enttäuschung aus

Die Ankündigung der Stadtverwaltung von Tokyo, einen Stopp des Alkoholverkaufs in Restaurants und Bars zu fordern, wenn der dritte Ausnahmezustand in Kraft tritt, hat bei den betroffenen Unternehmen Wut und Enttäuschung ausgelöst.

Insbesondere Betreiber, die bereits der wiederholten Aufforderung, die Öffnungszeiten zu kürzen, nachgekommen sind, lehnen die für sie harte Maßnahme ab.

Stopp des Alkoholverkaufs löst noch mehr Druck auf Restaurants aus

Masahiko Yamashina, Besitzer des Yakitori-Restaurants sagte zu dem Stopp des Alkoholverkaufs: „Es kommt zu plötzlich, ich kann nicht mehr mithalten.“

Bislang ist Yamashina jeder Forderung, die Öffnungszeiten zu kürzen, nachgekommen und hat alle Maßnahmen, die eine Infektion mit dem Coronavirus verhindern sollen, umgesetzt. Wenn er nun aber der Aufforderung der Stadtverwaltung nachkommt, will er sein Restaurant schließen, da für ihn ein Yakitori-Restaurant ohne Sake unvollständig ist.

„Ich kann nicht einfach mit der Entschädigungszahlung weitermachen, dass ich für die früheren Aufforderungen zu schließen bekommen habe. Ich muss richtig entschädigt werden“, so Yamashina.

So sehen es auch einige seiner Kunden, einer sagte: „Der Mangel an Krankenhausbetten und die Verzögerung bei den Impfungen liegen in der Verantwortung der japanischen Regierung und der Stadtverwaltung von Tokyo. Es ist unzumutbar, dass die Last auf den Restaurants und Bars liegt.“

Auch der Betreiber der Bar „Amulet-D“, die in Shibuya liegt, sieht es genauso. Er fragt sich, wieso sich die Situation verbessern soll, wenn man nur die Gaststätten schließt, um so den Alkoholverkauf zu stoppen?

Der Besitzer des Izakaya Yakiton Dimo ist ebenfalls unzufrieden: „Wir sind gezwungen für jede politische Adhoc-Maßnahme zu zahlen.“

Menschen werden sich woanders treffen

Daneben sehen einige Betreiber auch das Problem auf sich zukommen, dass alle Restaurants und Bars, die sich an die Vorgaben halten, gegenüber denen, die weiterhin geöffnet haben, benachteiligt werden.

Die Situation hat auch Auswirkungen auf die Großhändler, wie zum Beispiel bei Sasaki, einen Spirituosen-Großhändler in Shinjuku, mit einer 100-jährigen Geschichte. Die Firma ist mittlerweile kurz davor, ihre Spirituosen zu entsorgen.

Wenn die Gaststätten schließen, steht Tokyo allerdings vor dem Problem, dass die Menschen auf der Straße oder in Parks trinken gehen. Der öffentliche Nahverkehr soll daher in der Stadt eingeschränkt werden. Allerdings sehen viele Menschen es so, dass man diese Treffen nicht unterbinden kann, egal was man versucht. Der Gouverneur von Akita hatte kürzlich das Trinken auf der Straße scharf verurteilt und ein hartes Durchgreifen gefordert.

Die drei umliegenden Präfekturen Sitama, Chiba und Kangawa haben bereits angekündigt, den Verkauf von Alkohol in ihren Gebieten ebenfalls verbieten zu wollen, damit die Menschen aus der japanischen Hauptstadt nicht zu ihnen kommen.

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