Anzeige
HomeNachrichten aus JapanStudie beziffert die Schadenssumme durch den Klimawandel beim Taifun Hagibis

Schäden ohne globale Erwärmung deutlich geringer

Studie beziffert die Schadenssumme durch den Klimawandel beim Taifun Hagibis

Laut einer Studie der World Weather Attribution Group hat der Klimawandel deutlich zu den wirtschaftlichen Schäden in Japan beigetragen, die der Taifun Nr. 19 (Hagibis) im Jahr 2019 verursacht hat. Die Studie beziffert die Summe auf fast 520 Milliarden Yen (ca. 3,8 Milliarden Euro).

Anzeige

Wissenschaftler im In- und Ausland vermuten schon länger, dass die globale Erwärmung zu den großen Schäden, die der Taifun anrichtete, beigetragen hat.

Taifun sorgte für rekordverdächtige Niederschläge

Der Taifun Nr. 19 brachte im Oktober 2019 an mehr als 100 Beobachtungspunkten rekordverdächtige Niederschläge, die viele Flüsse zum Überlaufen brachten. Insgesamt wurden 23.000 Hektar in Japan überflutet.

LESEN SIE AUCH:  Taifun Hagibis hinterlässt Schneise der Verwüstung in Japan

Der Fluss Chikumagawa trat über die Ufer und überschwemmte Züge der Hokuriku-Linie in Nagano. Der Taifun forderte mindestens 100 Tote und viele Vermisste.

Frühere Studien des meteorologischen Forschungsinstituts der japanischen meteorologischen Agentur haben ergeben, dass die globale Erwärmung für eine 11-prozentige Zunahme der Niederschläge in der Region Kanto-Koshin nach dem Taifun Nr. 19 verantwortlich ist.

Anzeige

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die wirtschaftlichen Schäden durch den Taifun blieben jedoch unbekannt.

Die World Weather Attribution Group verglich in ihrer Studie die Niederschläge in der Kanto-Region am 12. Oktober 2019 mit Daten, in denen der Klimawandel herausgerechnet wurde.

Die Ergebnisse zeigten, dass sintflutartige Regenfälle, wie sie der Taifun Nr. 19 mit sich brachte, im gegenwärtigen Klima, in dem die globale Durchschnittstemperatur um mehr als 1 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau ansteigt, 1,67 Mal wahrscheinlicher sind.

Das bedeutet, dass 40 Prozent der versicherten wirtschaftlichen Verluste durch den Taifun auf die Auswirkungen der globalen Erwärmung zurückgeführt werden können, so die Studie.

Auswirkungen des Klimawandels auf Hitzewellen und Überschwemmungen

Die World Weather Attribution Group veröffentlichte auch einen vorläufigen Bericht, der die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die verheerende Überschwemmung in Deutschland und anderen Teilen Europas im vergangenen Jahr und die rekordverdächtigen Hitzewellen in Nordamerika aufzeigt.

In ihren Analysen verwendeten das WWA und das meteorologische Forschungsinstitut eine Methode, die als „Event Attribution“ bezeichnet wird und es den Forschern ermöglicht, die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die von einer Naturkatastrophe verursachten Schäden zu berechnen.

Nach Angaben des WWA werden in den Berichten des zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) mehr Studien zur Ereignisattribution als wissenschaftliche Beweise angeführt.

Anzeige
Anzeige