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Südkorea verurteilt Nippon Steel zu Kompensation für Zwangsarbeit

In den Jahren 1910 bis 1945 stand die koreanische Halbinsel unter der Kolonialherrschaft Japans. In diesem Zusammenhang soll es Fälle von Zwangsarbeit koreanischer Bürger gegeben haben. Das Oberste Gericht in Südkorea fordert nun von einem japanischen Unternehmen Kompensation.

Der Fall betrifft 4 Südkoreaner, die unter damaliger japanischer Herrschaft in einem japanischen Stahlunternehmen zur Arbeit gezwungen wurden. Das Unternehmen, die Japan Iron & Steel Co., ist heute bekannt als Nippon Steel & Sumitomo Metal. Schon im Juli 2013 entschied der Oberste Gerichtshof Seouls die Zahlung einer Entschädigung von insgesamt 400 Millionen Won (rund 340.000 Euro). Gegen das Urteil legte Nippon Steel damals schon Berufung ein und berief sich auf das bilaterale Abkommen von 1965. Dieses Abkommen regelt die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Südkorea.

Am Dienstag nun fiel die endgültige Entscheidung in diesem Prozess. Der Oberste Gerichtshof Südkoreas bestätigte das Urteil von 2013 über die Schadensersatzzahlung. Der japanische Außenminister Taro Kono kritisierte das Urteil in einer Erklärung als inakzeptabel. Er sagte, dass es die Rechtsgrundlage, auf der die beiden Länder „freundschaftliche Beziehungen“ aufgebaut hätten, zunichte machen würde.

Auch Nippon Steel zeigte Bedauern über das Urteil. Das Unternehmen sagte weiterhin, es werde angemessen reagieren, nachdem es den Inhalt des Urteils überprüft und auch die Antwort der japanischen Regierung berücksichtigt habe. Dieser Urteilsspruch ist der erste seiner Art in einem Entschädigungsfall aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem ein Gericht Südkoreas gegen ein japanisches Unternehmen entscheidet. Dieser Fall könnte nun zum Präzedenzfall für weitere Prozesse werden, in denen japanische Unternehmen beteiligt sind. Diese Angelegenheit könnte die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Südkorea belasten, die schon in der sogenannten „Trostfrauen-Problematik“ angespannt sind.

Quelle: Kyodo News

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