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Südkoreaner zündet sich vor der japanischen Botschaft an

Aus Ablehnung zu Japan zündete sich der Mann wohl an

Die Stimmung zwischen Japan und Südkorea ist aktuell aufgeheizt. Viele hoffen, dass sich die Probleme in der nächsten Zeit lösen. Nun verschärfte sich die Situation allerdings, nachdem sich ein Südkoreaner vor der japanischen Botschaft am frühen Morgen anzündete.

Am Freitag zündete sich ein 78-jähriger Südkoreaner mit dem Nachnamen Kim in Seoul vor der japanischen Botschaft selbst in seinem Auto an. Er fuhr um 3:20 Uhr direkt vor das Tor und zündete sich im Auto an. Schnell reagierten die Menschen auf das Feuer in dem Wagen und schafften es nach zehn Minuten, die Flammen zu löschen. Obwohl Notärzte den schwer verletzten Mann ins Krankenhaus brachten, verstarb er noch am selben Tag.

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Die Polizei fand später 40 Liter an Benzin und 20 Gaspatronen im Auto. Weiter konnten die Beamten bestätigen, dass er vorab einen Bekannten anrief und ihm von seiner Tat erzählte. Als Motiv gab er dabei seine antijapanischen Gefühle an. Sein Schwiegervater war wohl nach bisherigem Stand ein Zwangsarbeiter in Japan gewesen. Zu dem genauen Motiv wollen sich die Behörden jedoch nicht äußern.

Aufgrund der großen Menge an Brennstoff in dem Auto ist es sehr wahrscheinlich, dass er eine Explosion verursachen wollte. Die Polizei von Seoul verstärkte deswegen die Sicherheit vor der Botschaft, in Angst vor ähnlichen Fällen in den nächsten Tagen.

Zuvor sprach am Freitag der japanische Außenminister Taro Kono mit dem südkoreanischen Botschafter Nam Gwan-pyo. Er ermahnte ihn dabei wegen der geforderten Entschädigung für die Opfer der Zwangsarbeit von Japan. Gleichzeitig ging es um die Exportbeschränkungen von Acylpolyimid für Südkorea, die dem Land große Probleme bereiten. Japan stellte kurz vorher ein Ultimatum für Südkorea, um ein Schiedsverfahren von einem Drittland zu akzeptieren.

Aggressive Reaktionen beim Treffen

Südkorea war davon weniger begeistert und lehnte das Schiedsverfahren ab. Kono fordert jedoch weiter, dass Seoul „seinen Fehler“ schnell korrigiert. Er bezieht sich dabei auf die Entscheidung des südkoreanischen Obersten Gerichtshofs, zwei japanische Unternehmen zu einer Entschädigung aufgrund der Zwangsarbeit zu verurteilen.

Japan empfindet das als unzulässig, da das Land schon 1965 mit einem Vertrag die Entschädigung für die Opfer regelte. Für Kono ist das aktuelle Urteil eine Untergrabung der internationalen Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, wie er in dem Treffen am Freitag sagte.

Nam versuchte am Freitag, die Wogen zu glätten. Südkorea arbeite nach wie vor daran, die Klage so umzusetzen, dass sie für beide Seiten akzeptabel ist und die Beziehung der Länder nicht beeinträchtigt. Das Gespräch vor den Reportern klang im Anschluss jedoch weniger freundlich, wobei vor allem Kono aggressiv reagierte.

Forderung nach weiterem Treffen wegen Exportkontrolle

Auf die Äußerung, dass Südkorea schon eine Lösung habe, sagte er nur, dass der Vorschlag für Japan inakzeptabel ist. Er finde es deswegen äußerst unverschämt, es erneut vorzuschlagen und so zu tun, als wenn es neu wäre. Welchen Plan die beiden Politiker genau meinen, blieb beim Treffen unklar für die Öffentlichkeit. Japan lehnte allerdings letzten Monat den Vorschlag ab, einen gemeinsamen Fond zu bilden, um die Opfer zu entschädigen.

Aktuell fordert das südkoreanische Handelsministerium, dass Japan bis zum 24. Juli ernsthafte Gespräche zu der aktuellen Exportkontrolle hält. International gab es für die Verschärfung der Kontrollen massive Kritik, da es vor allem südkoreanischen Chipherstellern sowie Handyherstellern schadet. Japan behauptet hingegen, dass die Reglung nichts mit dem Streit zu tun hat und nur auf verschärften Sicherheitsmaßnahmen basiert.

Bei der Bevölkerung beider Länder wächst hingegen der Unmut gegeneinander. In Südkorea rufen mittlerweile einige zu einem Boykott von japanischen Produkten und Dienstleistungen auf. In Japan kommt es ebenfalls zu Protesten gegen Südkorea und einer Befürwortung der Exportkontrolle.

Quelle: JT, NHK

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