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HomeNachrichten aus JapanSüdkoreanisches Gericht stimmt Beschlagnahmung von Zahlungsforderungen von Mitsubishi zu

Mitsubishi Heavy Industries soll endlich zahlen

Südkoreanisches Gericht stimmt Beschlagnahmung von Zahlungsforderungen von Mitsubishi zu

Vor einigen Jahren sorgte ein Gerichtsurteil in Südkorea für Aufsehen. Da Mitsubishi Heavy Industries sich weigerte, ehemalige südkoreanische Zwangsarbeiter zu entschädigen, sollte das Vermögen des Unternehmens beschlagnahmt werden. Das Suwon Bezirksgericht stimmte dem Verfahren nun zu.

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Am Donnerstag teilten die Anwälte der südkoreanischen Kläger mit, dass aufgrund der anhaltenden Zahlungsverweigerung von Mitsubishi Heavy sie von dem Unternehmen indirekt die Summe von 860 Millionen Won (ca. 624.222 Euro) beschlagnahmen werden würden.

Mitsubishi weigerte sich schon 2018

Das Gericht hat zugestimmt, dass Zahlungsforderungen von Mitsubishi gegenüber LS Mtron „beschlagnahmt“ werden. LS Mtron ist es damit untersagt, Mitsubishi für dessen Lieferungen zu bezahlen. Gleichzeitig können die Anwälte die entsprechende Summe von LS Mtron einfordern.

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Mit dem Geld sollen dann die Familien der vier Zwangsarbeiter entschädigt werden, die gegen das Unternehmen geklagt hatten. Allerdings wird auch gesagt, dass die Kläger für Gespräche bereits seien, um die Angelegenheit möglichst schnell zu klären.

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Mitsubishi Heavy wurde bereits 2018 vom südkoreanischen Supreme Court zu der Zahlung aufgefordert. Das Unternehmen hatte nach ihrer Ansicht es trotz der langen Zeit versäumt, die Opfer und deren Angehörigen für die Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs zu entschädigen.

Die Firma weigerte sich aber, was zur Androhung der Beschlagnahmung führte. Das sorgte wiederum für extrem diplomatische Spannung zwischen Japan und Südkorea, die in Handlungsbeschränkungen endeten.

Japan warnt Südkorea vor der Umsetzung der Beschlagnahmung

Für Japan ist die aktuelle Entscheidung empörend. Sie sehen die Angelegenheit seit einem Abkommen von 1965 als geklärt an und laut ihnen habe niemand mehr Anspruch auf eine Entschädigung. Chefkabinettssekretär Katsunobu Kato zeigte sich deswegen vor Reportern sehr verärgert.

Er warnt Südkorea vor einer Beschlagnahmung. Es würde die Beziehung zwischen den Ländern in eine ernste Situation bringen, die Kato vermeiden will. Er forderte Südkorea auf, noch stärker nach einer akzeptablen Lösung zu suchen.

Das südkoreanische Außenministerium sagte zu dem Urteil, dass sie mit Japan Gespräche führen würden, um eine vernünftige Lösung zu finden, um die Opfer und Japan zufriedenzustellen. Das Urteil selbst dürfte eine Überraschung sein, weil zuletzt Bezirksgerichte die Entschädigung für ehemalige Zwangsarbeiter abgelehnt hatten.

Mitsubishi Heavy lehnte eine Stellungnahme ab und versucht nach eigenen Angaben, die Details für das Urteil noch zu bestätigen. LS Mtron, ein Tochterunternehmen von LS Corp, gab hingegen an, dass sie den Schmerz der Familien teilten und sie der Gerichtsentscheidung folgen würden, wenn die Urteilsdetails geklärt seien. Sie würden die Summe dabei nicht an Mitsubishi auszahlen, sondern über eine ihrer Konzerngesellschaften.

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