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Taifun Hagibis zeigt die Notwendigkeit mehrsprachiger Warnungen in Japan

In vielen Regionen wird auf Ausländer keine Rücksicht genommen

Das Warnsystem in Japan während des Taifuns Hagibis hat gut funktioniert. Allerdings konnten die Warnungen von vielen Ausländern nicht gelesen werden, da sie auf japanisch geschrieben waren. Daher wurden die Forderungen immer lauter, ein mehrsprachiges System einzuführen.

Diese Forderung unterstützt auch das Sendai Disaster Multilingual Support Center, das Warnungen ins Englische, Chinesische, Koreanische und vereinfachte Japanisch übersetzt.

Warnungen konnten nicht schnell genug übersetzt werden

Viele Menschen haben sich dort während des Taifuns gemeldet, um aktuelle Warnungen in einer anderen Sprache zu bekommen. Das Zentrum sagt jedoch, dass sie nicht vollständig und schnell genug auf die sich rasch ändernden Umstände reagieren konnten.

„Wir wollen, dass die Regierung ein System zur raschen Übermittlung solcher Informationen schafft“, sagte ein Mitarbeiter des Zentrums.

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Kritik an Mangel fremdsprachiger Informationen in Japan während des Taifuns Hagibis

In vielen Regionen Japans gibt es nur Warnungen auf Japanisch

In vielen Regionen in Japan gibt es keine mehrsprachigen Katastrophenzentren, was bedeutet, dass viele, die der japanischen Sprache nicht mächtig sind, nicht wussten, wo sie Informationen bekommen.

„Es gibt Gemeinden, die nicht wissen, dass Ausländer in Katastrophenzeiten Menschen in Not sind“, sagte Kaori Fujinami vom Rat der lokalen Behörden für internationale Beziehungen und forderte die lokalen Regierungen auf, etwas dagegen zu tun.

Einige Gemeinden in Japan, die in der Vergangenheit von Katastrophen größeren Ausmaßes betroffen waren, haben seitdem mehrsprachige Dienste eingeführt und sagen, dass das Übersetzen von Notfall-E-Mails im Voraus selbst die Evakuierungen in kleinen Städten ermöglicht.

Die Präfektur Hyogo, die 1995 durch das große Erdbeben in Hanshin zerstört wurde, bietet Informationen zu Evakuierung und Wetter in 12 Sprachen für diejenigen, die sich für den E-Mail-Dienst registrieren. Ab Mai bietet die Präfektur zusätzlich eine Smartphone-App an.

Eine externe Organisation in Kumamoto, das 2016 von zwei großen Erdbeben heimgesucht wurde, bietet seit Juni mehrsprachige Katastrophen-E-Mails an, während Okayama im September einen ähnlichen Dienst einführte, nachdem im vergangenen Jahr heftige Regenfälle für Überschwemmungen gesorgt haben.

Mehrsprachige Angebote zu langsam oder fehlerhaft

Die Menschen können zwar auch auf eine App namens Safety Tips und den Twitteraccount der Japan National Tourism Organisation zurückgreifen, allerdings erscheinen dort die Übersetzungen zu langsam, sagten Kritiker nach dem Taifun Hagibis.

Auch andere Informationen, die im Vorfeld des Taifuns auf Englisch verteilt wurden, waren unzureichend. Am Samstag twitterte die Stadtverwaltung von Tokyo, dass die Menschen die besten Maßnahmen ergreifen sollten, um ihr Leben zu retten. Das Problem dabei: welche Maßnahmen genau?

Ein anderes Problem gibt es bei automatisch übersetzten Meldungen. Dabei gibt es oft Probleme mit Namen, die falsch übersetzt werden – was im Falle einer Evakuierung fatale Folgen haben kann.

Auch NHK World hatte während des Taifuns Warnungen auf Englisch gemeldet. Allerdings gab es in einigen Regionen Probleme mit dem Empfang, sodass viele Betroffene nicht auf den Livestream zugreifen konnten.

Kyodo

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