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Ainu hoffen auf eine andere Chance, um sich zu präsentieren

Tanz der japanischen Ureinwohner wird offiziell bei olympischer Eröffnungsfeier gestrichen

Japan will, dass die Eröffnungsfeier für die Olympischen Spiele in Tokyo ein gigantisches und unvergessliches Event wird. Sie soll dabei wie die Spiele unter dem Motto des Zusammenhaltes und der Vielfältigkeit laufen. Umso größer ist nun die Empörung, dass der Tanz der japanischen Ureinwohner, Ainu genannt, einfach gestrichen wird.

Kazuaki Kaizawa, ein Vertreter der Hokkaido Ainu Association in Sapporo, bestätigte am Freitag, dass die Organisatoren den Tanz auf dem Programm genommen haben. Es wird demnach keine Ainu Tänzer bei der Feier am 24. Juli geben. Als Begründung wurde laut Kaizawa angeben, dass es nicht genug Zeit für den Programmpunkt bei dem Event gibt.

Ainu sind enttäuscht

Kaizawa erklärt, dass sie sehr über die Entscheidung enttäuscht sind und sie sich bereists auf die Feier vorbereitet haben. Sie hoffen allerdings, dass sie noch eine andere Chance haben, die Ainu-Kultur an anderer Stelle der Welt zu zeigen.

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Die Ainu litten Jahrzehnte lang unter den Diskriminierungen und Beschränkungen der japanischen Regierung. Allerdings wurden sie letztes Jahr endlich als offizielle Ureinwohner von Japan anerkannt und ihnen wurde mehr Schutz zugesichert. Mittlerweile lebt die Mehrheit der Ainu in Hokkaido und die Gesamtzahl der Bevölkerung schrumpft immer mehr.

Nach einer Umfrage von 2017 gibt es in Hokkaido mehr als 13.000 Ainu. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Zahlen noch höher sind. Viele fürchten jedoch Diskriminierung oder sind weggezogen und halten deswegen ihre Herkunft geheim.

Die Regierung unter Premierminister Shinzo Abe baut momentan ein modernistischen „symbolischen Raum für ethnische Harmonie“ in Hokkaido. Der neue Museumskomplex soll den Ureinwohnern mehr Aufmerksamkeit schenken und für mehr Akzeptanz sorgen. Die Ainu befürchten jedoch, dass Japan nur versucht, zu den Olympischen Spielen besser international dazustehen und sich danach die Lage für sie nicht weiter verbessern wird.

Reuters

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