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Polizisten nahmen den 75-jährigen Fahrer sofort fest

Taxifahrer fährt in Nagoya in Gruppe von Menschen

Schon seit einer Weile sorgt das Thema ältere Menschen am Steuer in Japan für viele Diskussionen. Nun gab es am Samstag erneut ein Fall, wo ein älterer Fahrer in Nagoya einen Unfall verursachte. Diesmal handelt es sich allerdings um einen Taxifahrer, der in eine Gruppe Menschen raste, die Straßenmusikern zuhörten.

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Bei dem Taxifahrer handelt es sich um den 75-jährigen Katsuhiro Komori, der urplötzlich um 21:25 Uhr auf den Bürgersteig in der Nähe der Kanayama Station fuhr. Er verletzte dabei sieben Menschen. Vier der Betroffenen sind Männer zwischen zwanzig bis sechzig Jahren. Die drei Frauen waren hingegen in den zwanzigern bis dreißigern. Wie ernsthaft ihrer Verletzungen sind, ist nicht bekannt.

Fahrer hatte nie Probleme im Verkehr

Zahlreicher Zeugen, darunter Polizisten, beobachteten den Vorfall. Die Menschen berichteten, dass nachdem der Taxifahrer bereits in die Menschenmasse gefahren war, es überraschend zurücksetzte und weitere Personen verletzte. Videoaufnahmen bestätigten die Aussagen und hielten den Unfall teilweise fest. Die anwesende Polizei nahm Komori sofort vor Ort fest. Er konnte sich nach Aussagen der Beamten nicht erinnern, was passiert war. Eine Untersuchung soll nun genau klären, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

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Ein Kollege von Komori erklärte allerdings, dass er trotz seines Alters noch nie einen Unfall verursachte. Er sei ein erfahrener Fahrer und hatte nie Probleme bei der Arbeit. Zu seinem gesundheitlichen Zustand gibt es aktuell keine Informationen. Der neuste Vorfall feuert jedoch erneut die Debatte zu Senioren im Straßenverkehr an.

Alleine im vergangenen Jahr verursachten Fahrer ab 75 Jahren 460 tödliche Unfälle. Seit 2008 ist die Zahl kontinuierlich gestiegen und verzeichnete 2018 einen Anstieg von 14,8 Prozent. Eigentlich soll das Führerscheinsystem in Japan verhindern, dass fahruntaugliche Senioren einen Führerschein haben. Ab 75 Jahren müssen sie nämlich regelmäßig einen kognitiven Einstufungstest machen, um ihre Fahrerlaubnis zu behalten. Wer durchfällt, darf nicht mehr fahren.

Mehr Maßnahmen für mehr Sicherheit

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Die Zahl der Unfälle zeigt jedoch, dass das nicht ausreicht. So versucht die nationale Polizeibehörde viele ältere Fahrer zu ermutigen lieber von sich aus ihren Führerschein abzugeben. Zusätzlich arbeitet die Zentralregierung an einem neuen System, das einen Führerschein für Senioren nur erlaubt, wenn sie bestimmte Fahrzeuge fahren, die unter anderem automatische Bremsen besitzen. Eine weitere Maßnahme soll sein, dass die Fahrer nur zu einer bestimmten Zeit und nur in bestimmten Gegenden fahren dürfen.

Das kritisieren viele jedoch, da es vor allem in den ländlichen Gegenden für die Senioren nicht ausreichend Alternativen gibt, um mobil zu bleiben. Aus dem Grund will die Region für sie mehr Transportmöglichkeiten fördern. Das Ergebnis der Gespräche zwischen der nationalen Polizeibehörde und den verschiedenen Ministerien soll noch Ende des aktuellen Geschäftsjahres veröffentlicht werden. Viele hoffen dann, dass der Straßenverkehr für alle Beteiligten ein weniger sicherer ist.

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