Anzeige
HomeNachrichten aus JapanTechnikAusfall bei KDDI zeigt die Anfälligkeit in Japans Netzen auf

Japan braucht einen Notfallplan

Ausfall bei KDDI zeigt die Anfälligkeit in Japans Netzen auf

Der großflächige Ausfall bei KDDI, dem zweitgrößten Mobilfunkanbieter in Japan, zeigt, wie anfällig Japans Netze sind und dass es eine bessere Absicherung für einen Systemausfall benötigt.

Anzeige

Viele Menschen in Japan verlassen sich bei Notfällen auf das Mobiltelefon und es gibt immer weniger Alternativen. Die Zahl der Münztelefone geht in Japan immer schneller zurück und die Zahl der Haushalte ohne einen Festnetzanschluss steigt rasant an.

Ausfall bei KDDI sorgte für massive Probleme

Der Ausfall bei KDDI hielt das gesamte Wochenende an und führte daher dazu, dass viele Menschen bei einem Notfall keine Hilfe rufen konnten. Auch bei Banken gab es Probleme, genauso wie im Busverkehr.

LESEN SIE AUCH:  Japans Mobilfunkanbieter starten Katastropheninformationsdienst für Ausländer

Das Kommunikationsministerium hat lange darüber diskutiert, wie dringende Nachrichten während einer Katastrophe verschickt werden können, wenn die Netze ausfallen.

Dabei stand eine Frage besonders im Mittelpunkt: Roaming, also ein System, das es erlaubt, im Fall einer Katastrophe einfach ein Netz eines anderen Mobilfunkbetreiber zu benutzen.

Anzeige

Seit mehr als 10 Jahren wird über so ein System nachgedacht, aber weiter ist man in Japan bisher nicht gekommen. Der Ausfall bei KDDI zeigt allerdings, dass so ein System dringend benötigt wird.

Das erste Mal wurde so ein System in einem Bericht aus dem Jahr 2011 erwähnt. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass es in den meisten EU-Ländern bereits gängige Praxis ist.

Der Bericht kam damals zum Schluss, dass es wichtig ist, unverzüglich ein Forum für einen Dialog einzurichten und eine Überprüfung durchzuführen, um Roaming schnell einführen zu können.

Der Dialog wurde eingerichtet, führte laut des Ministeriums allerdings zu keinem Ergebnis. Grund dafür war der Standard 3G, der von NTT Docomo und KDDI auf unterschiedliche Weise betrieben wurde.

Bisher keine Notfallpläne

Mittlerweile ist man aber bei 4G und 5G angekommen, doch der Dialog über Roaming bei einem Notfall wurde nicht wieder aufgenommen.

Zwar sagt das Ministerium, dass der Plan noch nicht aufgegeben wurde, aber passiert ist bisher nichts.

Zudem ist Roaming natürlich nicht die allumfassende Lösung, denn beim Ausfall von KDDI war das Kernnetz betroffen, sodass Roaming wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.

Wichtig wäre es daher auch, sich die Systeme und Sicherheitsvorkehrungen anderer Länder anzuschauen, denn der nächste Ausfall wird kommen.

Anzeige
Anzeige