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Mehrfache Datenschutzverstöße

Persönliche Daten von Line von Technikern in China abgefragt

Der Anbieter der besonders in Japan sehr beliebten Messaging-App Line teilte am Mittwoch mit, dass die persönlichen Daten der Nutzer von Technikern in China eingesehen wurden, ohne dass die Nutzer darüber informiert worden.

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In der Datenschutzrichtlinie der App, die mehr als 86 Millionen Menschen in Japan nutzen und die auch in Deutschland immer beliebter wird, heißt es zwar, dass die persönlichen Daten der Kunden in anderen Ländern abgefragt werden können, allerdings nennt es nicht die Namen der Länder, obwohl der Betreiber seit dem vergangenen Jahr dazu verpflichtet ist.

32 Zugriffe auf die Nutzerdaten von Line in China

Laut Line Corp. hatten Techniker einer Tochtergesellschaft, die mit der Entwicklung von künstlicher Intelligenz beauftragt ist, mindestens 32 Mal Zugriff zu einer Datenbank, in der die Benutzerdaten gespeichert sind.

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Vier Techniker des Unternehmens in China waren so in der Lage, die Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Nutzern einzusehen, zusammen mit den Nachrichten, die von ihnen als unangemessen gemeldet wurden. Die Chatverläufe konnten nicht eingesehen werden, da diese verschlüsselt sind.

In einer Erklärung von Line Corp. heißt es dazu: „Es tut uns sehr leid, dass wir aufgrund unserer unzureichenden Erklärungen Ängste und Sorgen verursacht haben.“

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Laut des Betreibers wurde der Zugriff auf die Datenbank aus China im Februar gesperrt und die Angelegenheit wurde der japanischen Kommission für den Schutz persönliche Daten gemeldet, die den Vorfall nun untersuchen will.

Regierung will angemessen regieren

Kabinettschef Katsunobu Kato sagte auf einer Pressekonferenz, dass die japanische Regierung angemessen auf die Angelegenheit reagieren wird, nachdem sie die Details überprüft hat.

Die Anforderung, anzugeben, in welche Länder Daten übertragen werden, wurde im Rahmen einer Überarbeitung des Gesetzes zum Schutz persönlicher Daten im Juni letzten Jahres eingeführt.

Line wird in Japan zunehmend als Hauptinstrument der sozialen Kommunikation genutzt und ist auch in Taiwan, Thailand und Indonesien beliebt.

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Line Corp. startete seine Messaging-App im Juni 2011 und fusionierte am 1. März mit der Z Holdings Corp, dem Betreiber der japanischen Yahoo-Internetdienste, um sein Geschäft mit Online-Diensten global auszubauen und mit amerikanischen und chinesischen Tech-Giganten zu konkurrieren. Die Fusion war ursprünglich für 2020 geplant.

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