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Neue Technologien zur Unfallprävention

Smarte Schuhe sollen in Japan für Sicherheit im Straßenverkehr sorgen

Schuhe, die ihre Träger vor Gefahren warnen – das ist die Vision zweier japanischer Unternehmen. Aktuell läuft eine Testreihe mit Schulkindern in der Stadt Miki, Präfektur Hyogo, um das Konzept zu erproben.

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Der Satz „安全第一„, „Sicherheit geht vor“, ist in Japan praktisch ein Lebensmotto. Überall sieht man die vier Zeichen im Alltag, ob in Form von Schildern, Durchsagen oder Videos auf Bildschirmen. Unfallprävention hat einen hohen Rang in der japanischen Gesellschaft.

Sensoren in Schuhen und Lautsprecher sollen den Schulweg sicherer machen

Immerfort wird darum an neuen Technologien gearbeitet, die das Leben sicherer machen sollen. Das aktuell laufende Projekt in der Stadt Miki zählt definitiv zu den ungewöhnlicheren. Dort hat man die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr in den Blick genommen – und setzt auf deren Schuhe.

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Seit Jahren sinkt sowohl die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt, als auch die der Verkehrstoten in Japan. Daten vom Mai 2022 zeigten, dass in den vergangenen fünf Jahren 217 Kinder bis zum Grundschulalter Unfällen zum Opfer fielen – die meisten von ihnen waren zu Fuß unterwegs.

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Um den Schulweg sicherer zu machen, haben zwei Unternehmen aus der Großstadt Kobe eine gemeinsame Idee entwickelt. Smarte Schuhe und ein Lautsprechersystem sollen die Kinder gezielt vor Gefahren warnen.

Die Schuhe stammen aus der Produktion von Asics Corp., einem weltweit agierenden Kleidungshersteller. Ausgestattet werden sie mit Sensoren der Toa Corp., die auch Lautsprecher- und Kamerasysteme bereit stellt.

Die Idee: besonders gefährliche Straßenabschnitte werden mit Kameras und Lautsprechern ausgestattet. Erkennt das System – alarmiert durch den Sensor in den Schuhen – dass sich ein Kind nähert, wird eine Warnung abgespielt. Das soll die Aufmerksamkeit der Kinder auf den Straßenverkehr lenken.

Technologie soll in Zukunft auch Senioren helfen

Ausprobiert wird das Konzept in Miki, weil die Stadt sich in den letzten Jahren als Wohnort für Pendler nach Kobe etabliert hat und damit auch das Verkehrsaufkommen steigt. An der Midorigaoka Grundschule fand sich eine Verkehrssituation, die für das Projekt gut geeignet ist: eine Kreuzung ohne Ampeln, die zudem von vielen Autofahrern als Abkürzung genutzt wird.

Lautsprecher in Miki
Lautsprecher und Kameras wie diese sind Bestandteil der Testreihe. Bild: MS

Einhundert Schulkinder der Schule wurden mit den Sensor-Schuhen von Asics ausgestattet. Sie werden nun an zwei Stellen der Kreuzung gewarnt, auf nahende Autos zu achten. Die Warnungen wurden von Mitgliedern des Rundfunk-Klubs der Schule aufgenommen.

In Zukunft sollen auch Lehrer die Warnungen sprechen – indem die Stimmen regelmäßig wechseln, soll verhindert werden, dass die Kinder sie durch einen Gewohnheitseffekt ignorieren.

Außerdem zeichnen die installierten Kameras das Verkehrsgeschehen an der Kreuzung auf. So sieht man einerseits, ob die Kinder die Warnungen ernst nehmen. Andererseits können möglicherweise auftretende Unfälle oder Gefahrensituationen so besser analysiert werden. Für vier Monate werden die Daten nun vorerst gesammelt und dann ausgewertet.

Neben den Schuhen sollen in Zukunft auch weitere Technologien für die öffentliche Sicherheit in Kobe entwickelt werden. So könnten etwa neben Schulkindern auch Senioren von dem im Test befindlichen System profitieren.

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