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Ein technisches Hilfsmittel für Menschen mit Sehbehinderungen

Vibrierende Schuhe sollen sehbehinderte Menschen sicher durch Japan leiten

Wataru Chino, ein 36-jähriger japanischer Ingenieur, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Alltagsleben von sehbehinderten Menschen mithilfe von neuen Technologien zu verbessern. Mit seinem Ashirase-Gehunterstützungssystem sollen sich die Betroffenen sicherer in der Öffentlichkeit bewegen können.

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Nachdem Chino mitbekommen hatte, wie Fahrräder auf taktilem Pflaster zu Hindernissen für sehbehinderte Fußgänger:innen geworden waren, war er auf die Idee gekommen, „Braille-Informationen in Schuhe einzubetten“. Von dieser Idee inspiriert, entwickelte er sein Ashirase-Gehunterstützungssystem.

Das System wird direkt in den Schuhen installiert

Bei Chinos Ashirase-Gehunterstützungssystem handelt es sich um flexible motorgesteuerte Geräte, die direkt in die Schuhe der jeweiligen Person eingesetzt werden. Diese Geräte wiederum sind an eine spezielle Smartphone-App gekoppelt.

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Wurden die Geräte eingebettet und mit der App verknüpft, brauchen die Nutzenden nur noch ihren gewünschten Zielort in die App einzugeben und die Geräte in ihren Schuhen weisen ihnen über Vibrationen die Richtung, in die sie sich bewegen müssen.

Eine Vibration am rechten Spann weist zum Beispiel die Person darauf hin, dass sie an der nächsten Ecke „rechts abbiegen“ muss.

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Das System soll schon Ende dieses Jahres auf den Markt kommen und dann für etwa 25.000 Yen (etwa 185 Euro) erworben werden können. Die Nutzungsgebühr für die App wird sich voraussichtlich auf etwa 2.000 Yen (etwa 14,83 Euro) pro Monat belaufen.

Wataru Chino will das Leben von Sehbehinderten sicherer machen

Chino ist ein Fahrzeugliebhaber. 2008 fing er an, bei der Honda Motor Co. selbstfahrende Fahrzeuge sowie andere Technologien zu entwickeln. Bei der Entwickelung neuer Fahrzeuge spielt auch immer die Frage nach der Sicherheit eine große Rolle.

Als die Großmutter seiner Frau 2018 in einen Fluss fiel und ertrank, wurde ihm plötzlich klar, dass es bereits beim Laufen immer um Sicherheit geht.

„Ich hatte mich lange Zeit der Entwicklung von Autos mit Blick auf die Sicherheit verschrieben, aber mir wurde klar, dass Gehen auch gefährlich sein kann“, sagte Chino. „Mir war bewusst, dass Gehen auch ein Teil der Mobilität ist.“

Mit diesen Erkenntnissen und ein paar fruchtbaren neuen Ideen im Gepäck verließ er letztendlich das Unternehmen, um sich ganz der Entwickelung seines Gehunterstützungssystems zu widmen.

Jeder soll sicher und sorglos seine Zielorte erreichen können

Chino macht sich viele Gedanken um die konkreten praktischen Probleme, mit denen Sehbehinderte auf ihren Wegen konfrontiert werden.

Er sagte, er habe sehbehinderte Menschen sagen hören, dass sie „bereits aufgegeben haben, an neue Orte zu gehen“. Außerdem hätte er bereits gesehen, wie viele von ihnen in Zügen und Bussen nervös wurden.

„Ich möchte, dass sie Musik hören und in Zügen einnicken“, sagte er. „Die Vibrationen in den Schuhen signalisieren, wann sie an den Stationen angekommen sind, an denen sie aussteigen müssen.“

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