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Mutter und Anwalt unterstützen Kampange

Teenager verklagt Kagawa wegen Verordnung gegen Videospielsucht

Videospielsucht ist in Japan ein Problem, mit dem sich zu wenig befasst wird. Die Präfektur Kagawa bildet jedoch eine Ausnahme und sagte im März der Sucht den Kampf an. Mit einer Verordnung wollten sie eine freiwillige Beschränkung der Spiel- und Internetzeit bei Kindern erreichen, um eine Abhängigkeit zu verhindern. Nun verklagt ein Teenager die Präfektur für die Reglung.

Der 17 Jahre alte Junge startete schon im Januar eine Crowdfunding-Kampange, um gegen die Verordnung in Shikoku zu klagen. Er meint sein Vorhaben dabei ernst und hat neben der Unterstützung seiner Mutter ebenfalls die Hilfe von einem Anwalt, der sich mit der derzeitigen einzigartigen Verordnung befasst.

Kinder sollen Spaß haben

Der Anwalt glaubt, dass die Verordnung das Recht auf Selbstbestimmung in der Verfassung verletzt. Allgemein sieht er eine Einschränkung für den Spaß der Kinder. Es gibt bereits zahlreiche Spielplätze, wo Fußball oder Bälle allgemein verboten sind. Er fragt sich deswegen, wie Kinder überhaupt noch Spaß haben sollen.

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Die Richtlinien von der Präfektur selbst schreiben vor, dass Kinder in der Schulwoche pro Tag nur 60 Minuten spielen oder im Internet surfen sollen. In den Ferien werden hingegen 90 Minuten vorgegeben. Dazu sollen Kinder von 12 bis 15 Jahren ihr Smartphone nur bis 21 Uhr verwenden. Kinder zwischen 15 und 18 Jahre sollen es ab 22 Uhr weglegen.

Die Verordnung hat bis jetzt nur die Stadt Shikoku akzeptiert. Die Umsetzung ist auf freiwilliger Basis und Eltern sind nicht gezwungen, sie bei ihren Kindern umzusetzen. Der Teenager sieht in den Reglungen trotzdem ein Problem und will rein aus Prinzip gegen sie vorgehen. Wie lange Kinder spielen oder ihr Smartphone benutzen dürfen, sollten laut ihm die Familien selbst entscheiden und nicht die Regierung.

Verwaltung soll sich nicht einmischen

Für ihn sei es falsch, dass eine Verwaltungsbehörde sich so stark in das Familienleben einmischt. Dazu weist er darauf hin, dass es keine wissenschaftlichen Belege für die Zeiten in der Verordnung gibt. Sie basieren wohl nur auf der Prämisse, dass spielen alleine die Ursache für Spielsucht, Schulschwänzen und andere Probleme sei.

Es könnte jedoch in manchen Fällen genau das Gegenteil sein. Kinder können in den Videospielen einen sicheren Ort finden und Erleichterung von den Problemen in der Schule, wie Mobbing, das ein Grund für Schulschwänzen sein kann.

Zu seinem eigenen Spielverhalten sagt er, dass es nicht obsessiv sei. Er habe jedoch bereits erlebt, wie er aufgrund der Regeln von einem Server geworfen wurde, als er versucht hatte, ihn nach 22 Uhr zu betreten.

Der Teenager ist nicht alleine mit seiner Kritik an der Reglung. Im Januar wurde bereits eine Petition mit fast 600 Unterschriften gegen die Verabschiedung der Reglung eingereicht. Sie brachte jedoch nicht viel, da die Richtlinien trotzdem im März gültig wurden und somit die ersten ihrer Art in Japan sind.

JP

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