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Tempel hilft schon seit Jahren Vietnamesen in Not

Tempel in Tokyo nimmt obdachlose vietnamesische Arbeitskräfte auf

Auch wenn sich in Japan die wirtschaftliche Lage allmählich entspannt, kämpfen viele Unternehmen weiterhin ums Überleben. Vor allem Teilzeitkräfte, Studenten und ausländische Arbeitskräfte verlieren deswegen ihren Job. Die meisten von ihnen sind auf den Job angewiesen und verlieren durch die Kündigung teilweise sogar ihr Zuhause. Ein Tempel in Tokyo versucht deswegen zu helfen und nimmt obdachlose Ausländer auf.

Nisshinkutsu heißt der gutherzige vietnamesisch buddhistische Tempel im Minato Bezirk von Tokyo, der Vietnamesen aufnimmt, die von der Pandemie besonders hart in Japan getroffen wurden. Eigentlich bieten die Nonnen des Tempels Gebete für Verstorbene an. Seitdem jedoch Covid-19 Japan sie fest im Griff hat, kümmern sie sich um Vietnamesen im ganzen Land, für die sie unter anderem Verpflegungspakete packen.

Und plötzlich obdachlos

Mittlerweile leben jedoch auch in dem Tempel zahlreiche junge vietnamesische Arbeiter, die ihren Job verloren haben. Sie versuchen dabei nicht aufzugeben. Sie lernen Japanisch, kochen vietnamesisch, suchen nach Arbeit oder einem Flug nach Hause.

Eine der Gäste ist die 22 Jahre alte Thi Tu Luong, die von einem Hotel in Nikko ohne weitere Gründe gefeuert und aus dem Wohnheim geschmissen wurde. Nur mit einem Koffer kam sie nach Sonnenuntergang an dem dreistöckigen Tempel an, der sie freundlich aufnahm. Luong war sehr dankbar dafür, dass sie bleiben durfte.

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Jijo Yoshimizu, Leiterin der Japan-Vietnam Coexistence Support Group, erklärte, dass sie ihr Bestes geben, um den Menschen zu helfen. Es ist dabei nicht das erste Mal, dass der Tempel Menschen aufnimmt. Schon 2011 halfen sie Vietnamesen, die durch das Erdbeben obdachlos wurden.

Seitdem ist der Tempel unter jungen Vietnamesen eine bekannte Zufluchtsstätte. Es geht dabei nicht immer um Arbeitslose. Bei Yoshimizu meldeten sich gleichermaßen Frauen, die eine Abtreibung benötigten oder Angestellte, die ihren übergriffigen Arbeitgeber entkommen wollten.

Enormer Andrang seit Ausbruch von Covid-19

2019 kümmerte sie sich so um etwa 400 Fälle. Diesen April stiegen die Zahlen jedoch stark an und Yoshimizu erhielt pro Tag zehn bis 20 Anfragen. Irgendwann hörte sie auf zu zählen, wie viele Menschen bei ihr anriefen und nach Hilfe suchten. Der Ansturm ist dabei verständlich, da sie zurzeit in Japan die einzige Stelle sind, die so eine Art an Unterstützung bietet.

Da Yoshimizu Schwierigkeiten hat den Andrang zu bewältigen, sprach sie im Juni im Parlament vor. Sie forderte die Regierung auf mehr zur Unterstützung von vietnamesischen Studenten beizutragen, die keine Arbeitsversicherung haben. Bis jetzt hat sich nichts getan und Yoshimizu sagte dazu nur, dass die Regierung mit seiner aktuellen Politik zuerst auf Japaner schaut.

Ignorierte Missstände

Immer mehr Vietnamesen kommen wegen der besseren Löhne nach Japan. Oft verschulden sie sich jedoch durch die Personalvermittler und leben nur in ärmlichen Verhältnissen in dem Land. 2019 lebten um die 410.000 Vietnamesen in Japan, was ein rasanter Anstieg von 24,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist.

Trotzdem leiden die jungen Ausländer, die häufig als Studenten oder Auszubildende nach Japan kommen, unter den herrschenden Zuständen. Ausbeutungen, Misshandlungen und andere Missstände sind keine Seltenheit. Hilfe von der Regierung ist dazu nur selten zu erwarten.

TAS

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