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Regierung lehnt jede Verantwortung ab

TEPCO und Japans Regierung sollen Fukushima-Evakuierte in Hokkaido entschädigen

Nach der nuklearen Katastrophe in Fukushima 2011 mussten tausende Menschen in andere Regionen evakuiert werden. Das Bezirksgericht von Sapporo beschloss am Dienstag, dass die japanische Regierung und der Betreiber des Kernkraftwerks, Tokyo Electric Power Company (TEPCO), Evakuierte in Hokkaido entschädigen müssen.

Das Gericht beschloss, dass beide Parteien 89 Menschen einen Schadensersatz von 447.689 Euro bezahlen müssen. Es ist mittlerweile der siebte von elf Fällen, wo die Regierung und der Betreiber zahlen mussten. In vier weiteren Fällen musste TEPCO dazu alleine eine Entschädigung zahlen. Zusätzlich war es das 15. Urteil von 30 Schadensersatzklagen in ganz Japan.

TEPCO versäumt es Maßnahmen zu ergreifen

An der aktuellen Klage waren 257 Personen beteiligt. 90 Prozent von ihnen lebten in der Stadt Fukushima und in den umliegenden Gemeinden, als es zur Evakuierung kam. Zusammen forderten sie eine Entschädigung von 35,8 Millionen Euro. Vor Gericht gab TEPCO an, dass sie einige Kläger bereits entschädigt hätten. Der Betrag sei angemessen gewesen, da er auf den Richtlinien der Regierung beruht.

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Zu den anderen Klägern sagten sie, dass sie zu keiner Entschädigung verpflichtet sind, da sie angeblich alle freiwillig evakuierten. Die Regierung lehnte jede Verantwortung ab. Sie hätten die Katastrophe, die durch den Tsunami des Tohoku Erdbebens entstand, nicht vorhersehen können.

Die Kläger argumentieren hingegen, dass TEPCO es versäumt habe, ausreichend Maßnahmen gegen Erdbeben und Tsunamis aufzustellen. Ihnen war dabei die drohende Gefahr genauso bekannt wie der Regierung. Die unterließ es jedoch ebenfalls Sicherheitsmaßnahmen durchzusetzen, obwohl sie die Stromerzeugung genehmigten.

TEPCO prüft das Urteil noch

Zusätzlich wiesen sie darauf hin, dass die Katastrophe enormen psychischen Druck bei ihnen auslöste. Sie hatten Angst, dass die Strahlung sich auf ihre Gesundheit auswirken würde. Diese Sorgen beeinträchtigt unter anderem ein normales Leben nach der Evakuierung.

Obwohl die Klage teilweise erfolgreich war und das Gericht ihnen in einigen Punkten recht gab, waren die Anwälte nicht ganz zufrieden. Einer erklärte, dass das Urteil zwar ein Zeichen für die Verantwortung der Regierung setzt, es aber jedoch nicht wirklich das Leben der Evakuierten widerspiegelt.

TEPCO selbst entschuldigte sich nach dem Urteil bei den Betroffenen. Es tue ihnen zutiefst leid, dass sie solche Probleme und Sorgen verursacht haben. Sie werden jedoch trotzdem erst das Urteil prüfen, bevor sie darauf reagieren.

MS

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