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TEPCO: Virtueller Rundgang durch Atomkraftwerk Fukushima nun auf Englisch

Der japanische Energiekonzern TEPCO, Betreiber des 2011 havarierten Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, hat nun eine neue Idee, an dieser Baustelle Interessierte zufrieden zu stellen. TEPCO bietet im Internet einen virtuellen Rundgang durch das teilweise zerstörte Atomkraftwerk an.

Einblicke in verschiedene Areale des Kraftwerkes

Der Online-Rundgang mit dem Namen „Inside Fukushima“, den Interessierte auf der TEPCO-Homepage finden, kann in Japanisch und Englisch angeschaut werden. Darin finden die virtuellen Besucher neben Erklärungen zum Werk auch den Fortschritt der Stilllegungs- und Dekontaminierungsarbeiten nach der Katastrophe im Jahre 2011. Geboten werden unter anderem Einblicke innerhalb des 6 Reaktoren umfassenden Areals. Dabei können die Besucher zwischen 10 Routen wählen, die je nach Grad der radioaktiven Kontamination in rote, gelbe und grüne Zonen unterteilt sind.

Fukushima Daiichi Tourguide
Bild: TEPCO

In der roten Zone befinden sich die krisengefährdeten Reaktorgebäude. Dort ist dringend das Tragen von Schutzkleidung und Vollmasken geboten. Aber den größten Teil des Geländes macht bereits die ungefährliche, grüne Zone aus. Dort tragen die Arbeiter ihre normalen Arbeitsuniformen. Sichtbar während der virtuellen Besichtigungstour ist eine tonnenförmige Abdeckungsstruktur auf der Oberseite des Blocks Nr. 3. Dort zerstörte eine Wasserstoffexplosion das Dach des Gebäudes. Des Weiteren kann man auf der Tour lädierte Wände mit Drähten am Reaktor 3 sehen sowie Personen in Schutzanzügen, die an verschiedenen Orten arbeiten.

Während die Besucher diesem virtuellen Rundgang folgen, werden ihnen die im März dieses Jahres gemessenen Strahlungswerte für den jeweils betrachteten Bereich eingeblendet. Auch bieten interaktive Icons auf dem Bildschirm Erklärungen zu verschiedenen Fragestellungen, wie zum Beispiel Beschreibungen der dort ausgeführten Arbeiten. Ebenso finden sich 360-Grad-Ansichten einiger Standorte.

Inside_Fukushima_Daiichi- virtuelle Tour
Bild: TEPCO

TEPCO ist nicht unumstritten

Die Veröffentlichung auch in englischer Sprache resultiert aus Anfragen aus dem Ausland zum aktuellen Zustand des Werkes. Diese Tour soll aber nicht nur PC-kompatibel sein, sondern TEPCO plant eine Aufbereitung für Mobilgeräte. In diesem Jahr machte das Unternehmen durch einige nicht sehr moralische Nachrichten auf sich aufmerksam. Erst im Sommer stoppte TEPCO den Verkauf von Fotomappen mit Bildern des zerstörten Werkes. Außerdem wurde kürzlich im Internet ein stark kritisierter Hashtag – ebenfalls mit Bildern des Komplexes – veröffentlicht und wieder zurückgezogen. Wie die Menschen nun auf diese virtuelle Tour reagieren, bleibt abzuwarten.

2011 ereignete sich nach dem Unfall in Tschernobyl 1986 in Fukushima die bisher schlimmste Kernkraft-Katastrophe in der Menschheitsgeschichte. Das sogenannte Tohoku-Erdbeben der Stärke 9 vor der Küste Japans löste einen Tsunami aus, der die Gegend um das Atomkraftwerk traf. Die Reaktorkühlsysteme verloren dadurch ihre Stromversorgung, in den Reaktoren 1-3 kam es zur Kernschmelze. Daneben wurden die Gebäude mit den Blöcken Nr. 1, 3 und 4 durch Wasserstoff-Explosionen beschädigt.

Quelle: Mainichi Shimbun

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