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Sender verhielt sich trotzdem nicht korrekt

Terrace House hat keine Menschenrechtsverletzungen begangen

Letztes Jahr sorgte der Todesfall der 22 Jahren alten Hana Kimura für großes Aufsehen. Besonders den Produzenten der Serie „Terrace House“, in der die Wrestlerin mitspielte, wurden große Vorwürfe wegen des Todesfalls gemacht. Ein Untersuchungsgremium entschied nun, dass die Rechte von Kimura nicht verletzt wurden.

Am Mittwoch veröffentlicht der Rundfunk- und Menschenrechtsausschuss der Organisation für Rundfunkethik und Programmverbesserung (BPO) den offiziellen Bericht zu der Realityshow. Laut dem wurden die Menschenrechte von Kimura während der Dreharbeiten nicht verletzt.

Sender hätte mehr Maßnahmen ergreifen müssen

Fuji Television Network Inc. hatte sogar versucht ihr zu helfen und bot ihr vor der Ausstrahlung der Sendung eine psychosoziale Versorgung an. Der Bericht sieht aber ein, dass „Terrace House“ ethische Probleme aufweist.

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Der Sender habe nicht an das geistige Wohlbefinden der Darsteller gedachte, als sie die Episode ausstrahlten, die Kimura zur Zielscheibe von Hass machte. Ebenfalls schaute der Produktionschef nicht nach der Sportlerin, obwohl er von ihren gesundheitlichen Problemen wusste.

Zusätzlich wurden die Informationen zu Kimura nicht an Mitarbeiter in höheren Positionen weitergeleitet oder diskutiert. Das BPO gab „Terrace House“ deswegen die Bewertung drei von fünf auf der Ethikskala. Sie fordern den Sender auf Maßnahmen zu ergreifen, damit sich so eine Tragödie nicht noch mal ereignet. Fuji TV gab bereits an, dass sie den Bericht sehr ernst nehmen und sie sich bessern wollen.

„Terrace House“ löst Hasswelle gegen Kimura aus

Kimura nahm an der Realityshow Oktober 2019 teil. „Terrace House“ verfolgt das Leben von drei Frauen und drei Männern, die angeblich zusammen in einem Haus leben. Nach dem Tod von Kimura wurde die Serie abgesetzt und es stellte sich heraus, dass die Show größtenteils gescriptet war.

Die Mutter und Fans machten den Produzenten große Vorwürfe wegen des Todes von Kimura. Grund dafür war eine Folge, in der die Sportlerin in einem schlechten Licht dargestellt wurde. Die junge Frau erhielt daraufhin massenhaft Hasskommentare über die sozialen Medien, die sie vermutlich dazu brachten sich am 23. Mai 2020 das Leben zu nehmen.

Vor ihren Tod hatte Kimura ihrer Mutter noch berichtet, dass sie dazu genötigte wurde in der besagten Folge sich aggressiv zu verhalten, obwohl sie das gar nicht wollte. Die Mutter fordert deswegen eine Untersuchung wegen einer möglichen Verletzung der Menschenrechte. Das BPO konnte die Vorwürfe jedoch nicht bestätigen und gab an, das Kimura zu keinen Handlungen gezwungen wurde.

Kimura’s Mutter will noch nicht aufgeben

Kimuras Mutter zeigte sich enttäuscht von dem Bericht und sie will das BPO um eine erneute Untersuchung bitten. Sie sieht die Schuld weiterhin beim Sender und „Terrace House“, der Hasskommentare in Kauf nahm, um bessere Quoten zu bekommen und Darsteller nur wie Figuren behandelt.

Kimuras Mutter geht zurzeit selbstständig gegen die Verfasser der Hasskommentare vor und gab an, dass sie jeden von ihnen zu Rechenschaft ziehen will. Ebenfalls gründet sie die gemeinnützige Organisation Remember Hana, die sich gegen Cybermobbing einsetzt.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (https://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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