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Betroffene sprechen von Abzocke

Teure Sonderflüge aus Indonesien müssen flüchtende Japaner selbst bezahlen

Indonesien ist zurzeit eins der Länder, in denen Covid-19 wieder am Wüten ist. Aus dem Grund sollen Sonderflüge japanische Staatsangehörige möglichst schnell wieder nach Hause bringen. Allerdings sind die Flüge kostspielig.

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Zwischen dem 21. Juli und dem 25. Juli werden die Sonderflüge zur Evakuierung angeboten. Diese kosten mit allen Vorkehrungen, Hotel für die Quarantäne- und PCR-Test mit eingeschlossen, für eine Person bei All Nippon Airline etwa 460.000 Yen (ca. 3.548 Euro). Bei Japan Airlines kosten die Flugtickets mit Übernachtungsgebühren 370.000 Yen (ca. 2.855 Euro).

Flugtickets reichen nicht aus

Die Flüge haben nur wenig verfügbare Plätze, weswegen den Japanern gar keine andere Wahl bleibt, als die hohen Preise zu bezahlen. Dazu kommt, dass es für Reisende zurzeit sehr schwer ist, entsprechende Hotelzimmer zu buchen.

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Betroffene sind aus dem Grund sehr verärgert und sprechen von Abzockpreisen. Ein Geschäftsmann erklärte, dass er mit seinen drei Familienmitgliedern wieder nach Japan und über All Nippon Airways den Sonderflug buchen wollte. Mit Kosten von 460.000 Yen pro Person hätte er am Ende um die 2 Millionen Yen (ca. 15.430 Euro) zahlen müssen.

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Für das mittelständige Unternehmen des Mannes ist das eine enorme Belastung und er fühlt sich wegen der Heimreise schuldig. Obwohl er die Erlaubnis für die Flugtickets von seinem Chef bekam, konnte die Familie keinen Platz mehr bekommen, da alle Flüge komplett ausverkauft sind.

Anderen Japanern erging es ähnlich. Eine Firma wollte Tickets für Mitarbeiter besorgen, bekam allerdings kein einziges. Nun können sie die Personen erst Ende August nach Hause bringen. Sie sind dabei ebenfalls über die Preise verärgert und fragen sich, was die Regierung sich dabei gedacht hat.

Besonders wütend sind die Menschen darüber, dass die Regierung die Quarantänekosten bei normalen Flügen übernehmen wird. Ein Reisebüro stimmte zu, dass die Unterkunftsgebühren pro Nacht zu teuer sind.

PCR-Tests sind in Indonesien schwierig zu bekommen

Dazu wird das System allgemein als sehr fragwürdig angesehen. Um den Sonderflug besteigen zu können, muss ein Unternehmen oder eine Gruppe mit Sitz in Japan Bürge werden. Ebenfalls müssen Reisende unterschreiben, dass sie alle Kosten nach ihrer Rückkehr für Quarantäne und die Tests übernehmen.

Als zusätzliche Hürde müssen Passagiere der Sonderflüge einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Aufgrund der Lage in Indonesien werden die japanischen medizinische Einrichtungen regelrecht überrannt. Reservierungen sind größtenteils nicht mehr möglich und es wird erwartet, dass sich die Situation nicht so schnell ändert.

Japan versucht zwar finanziell zu helfen und hat auch Indonesien Impfstoff geschickt. Bis die Infektionen wieder auf ein halbwegs sicheres Niveau zurückgehen, dauert es noch. Japanische Staatsbürger, die bisher keinen Flug bekommen haben, müssen demnach noch aushalten.

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