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Tod durch Überarbeitung in Japan – Schuften bis zum Umfallen

Die von extremen Überstunden und Leistungsdruck geprägte Arbeitskultur Japans fordert jährlich zahlreiche Opfer. Sie sterben an den Folgen von Herzinfarkten, Gefäßerkrankungen, Schlaganfällen und depressionsbedingten Suiziden.

Zu den Opfern übermäßiger Überarbeitung gehört auch die junge Reporterin Miwa Sado, die 2013 mit nur 31 Jahren an einem Herzversagen starb. In ihrem letzten Arbeitsmonat hatte die junge Angestellte des öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders NHK 159 Überstunden geleistet. Erst vier Jahre später räumte NHK ein, dass der Tod der Angestellten auf übermäßige Überarbeitung am Arbeitsplatz zurückzuführen ist. Auch Dentsu Inc., Japans größte Werbeagentur, hatte einer jungen Arbeitnehmerin so viele Überstunden abverlangt, dass die 24-Jährige an den Folgen der übermäßigen Arbeitsbelastung starb. Matsuri Takahashi nahm sich 2015 im Firmen-Wohnheim das Leben, nach dem sie jeden Monat rund 100 Überstunden machte und nur 2 Stunden täglich schlief.

Die beiden tragischen Fälle der jungen Frauen haben die Problematik Karoshi wieder ins öffentliche Bewusstsein gerufen. Zwar ist Karoshi schon seit den 70er Jahren bekannt, doch bis heute tun sich Gesellschaft und Politik schwer, das Phänomen wirksam zu bekämpfen. 2014 verabschiedete die japanische Regierung zwar ein Gesetz zur Verhinderung von Karoshi, doch laut Kritikern sei das Gesetz nicht mehr als Theorie, weil es keine Sanktionen für die Arbeitgeber beinhalte.

Nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch die Arbeitseinstellung der Arbeitnehmer und die Grundsäulen der japanischen Arbeitskultur sind schuld an der Misere. Hart Arbeiten gilt in Japan als Zeichen von Ehrgeiz und Loyalität. Arbeitnehmer fühlen sich dazu verpflichtet, das Wohl der Firma über ihr eigenes zu stellen. Kaum einer wagt es, vor dem Chef nach Hause zu gehen und Urlaubstage werden viel zu selten in Anspruch genommen.

In der Arte-Dokumentation Japan: Tod durch zu viel Arbeit werden die Anstrengungen und Mühen der Gewerkschaften und der Hinterbliebenen gezeigt: Sie fordern von der Regierung, dass diese die Arbeitszeiten besser kontrolliert und Unternehmen öffentlich anprangert, die sich nicht an die Regeln halten. Auch sollten die Kriterien für die offizielle Anerkennung von Karoshi ausgeweitet werden.

Die Regierung hat sich des Problems bewusst gemacht. Mit neuen Arbeitsmarktreformen soll die hohe Zahl der Überstunden strenger als bisher begrenzt werden. Unter anderem soll dabei ein Limit von 100 Überstunden im Monat gesetzt werden, aber bisher ist noch nicht abzusehen, ob die Anstrengungen wirklich dazu führen, die japanischen Arbeitnehmer zu entlasten und die Zahl der Karoshi-Toten einzudämmen.

Die Arte-Dokumentation Japan: Tod durch zu viel Arbeit ist seit dem 16.03.2018 und noch bis zum 15.02.2020 auf der Homepage unseres Partners FEATVRE – Die Besten Dokus Jederzeit und Überall zu sehen! Einschalten lohnt sich!

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