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HomeNachrichten aus JapanTödliche Strahlenwerte an Reaktordeckel im Kernkraftwerk Fukushima I festgestellt

Neue Messungen erschrecken

Tödliche Strahlenwerte an Reaktordeckel im Kernkraftwerk Fukushima I festgestellt

In Fukushima laufen weiterhin die Stilllegungsarbeiten an dem zerstörten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Der Zeitplan könnten sich nun erneut nach hinten verschieben, da die Strahlenbelastung am Reaktor Nr. 2 höher ist, als angenommen.

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Die Atomaufsichtsbehörde gab am 14. September bekannt, dass sie am Reaktordeckel von Reaktor Nr. 2 einen neuen Strahlenwert gemessen haben, der für Menschen in kürzester Zeit tödlich ist. Etwa 4 Zentimeter unter der Oberfläche des ersten Deckels wurde am 9. September ein Wert von 1,2 Sievert pro Stunde festgestellt.

Strahlung wurde unterschätzt

Der Wert ist deutlich höher als bisher angenommen. Der Behörde und auch dem Betreiber Tepco war klar, dass die Strahlenwerte hoch sind, weil sich in dem Reaktor geschmolzener Kernbrennstoff befindet. Bisher wurde angenommen, dass die Strahlung unter dem Deckel um die zehn Sievert pro Stunde beträgt, was bereits tödlich ist.

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Die neuen Messungen lassen aber vermuten, dass der Wert höher ist, viel höher. Das bedeutet, dass der Deckel gefährlicher ist als angenommen, was ein großes Problem für die Stilllegungsarbeiten ist.

Tepco hatte für 2022 den Versuch geplant, einen Roboterarm von der Seite aus in den Sicherheitsbehälter des Reaktors zu setzen. Sie überlegen nun, was sie während des Versuches in Bezug auf die hohe Strahlung tun können. Der Betondeckel hat insgesamt einen Durchmesser von 12 Metern und ist 60 Zentimeter dick.

Situation könnte am Kernkraftwerk Fukushima noch schlimmer sein

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Der Stopfen besteht aus insgesamt drei übereinander angeordneten Deckeln, die je 150 Tonnen wiegen, um die Strahlung zu blockieren. Zwischen dem mittleren und oberen Deckel befindet sich der größte Teil der Strahlung, weswegen es eine Herausforderung ist, den Stopfen zu entfernen, um in den Sicherheitsbehälter zu kommen.

Hinzu kommt, dass die Behörde vermutet, dass sich zwischen dem mittleren und unteren Deckel eine große Menge radioaktives Cäsium befindet. Prüfen kann man das aufgrund der derzeitigen Situation jedoch noch nicht, womit Tepco aktuell das ganze Ausmaß der Gefahr noch nicht bekannt ist.

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