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Iehiro Tokugawa ist das neue Oberhaupt des Tokugawa-Clans

Tokugawa-Clan bekommt neues Oberhaupt

Der Tokugawa-Clan wird am 29. Januar in Tokyo eine Zeremonie zur Amtseinführung und Salbung seines neuen Oberhaupts abhalten. Iehiro Tokugawa wurde am 1. Januar zum 19. Haushaltsvorstand ernannt und ist damit der erste neue Inhaber dieses Titels seit mehr als einem halben Jahrhundert.

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Die Zeremonie wird im Zojoji-Tempel im Shiba-Bezirk des Stadtteils Minato stattfinden. Dort befindet sich auch das Mausoleum der Familie.

Über die Entstehungsgeschichte des Tokugawa-Clans

Der Tokugawa-Clan existiert bereits seit dem 16. Jahrhundert. Er entstand im Jahr 1566, als Ieyasu seinen Nachnamen von Matsudaira in Tokugawa änderte.

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Während der Edo-Periode (1603-1867), der Blütezeit des Tokugawa-Clan, brachte die Familie mehrere Shogune hervor und gewann so an Einfluss.

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1868 wurde das Tokugawa-Shogunat gestürzt und die kaiserliche Herrschaft durch die Meiji-Restauration wiederhergestellt. Nach dieser Zeit des Umbruchs wurde dem Oberhaupt des Clans der Titel eines Herzogs verliehen. Iemasa (1884-1963), das 17. Oberhaupt der Familie, war der letzte Sprecher des Oberhauses.

Sein Nachfolger Tsunenari wiederum war nach dem Ende des zweiten Weltkriegs sechs Jahrzehnte im Amt. Als er 82 Jahre alt wurde, beschloss er, zurückzutreten.

Der Schriftsteller und Kritiker Iehiro ist das 19. Oberhaupt des Clans. Im November 2022 unternahm er eine Pilgerreise, die ihn zum Kunozan-Toshogu-Schrein in der Präfektur Shizuoka, zum Nikko-Toshogu-Schrein in der Präfektur Tochigi und zu anderen Einrichtungen führte, die Ieyasu, dem Clangründer, gewidmet sind.

Er führte shintoistische und buddhistische Rituale durch und „berichtete“ seinen Ahnen, dass er das neue Oberhaupt der Familie ist.

Neue Zeiten, neue Aufgaben

Der Tokugawa-Clan sieht es heute als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, die historisch bedeutsamen Aufzeichnungen und Vermögenswerte der Tokugawa-Familie zu schützen und für die Nachwelt zu erhalten.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, gründete Tsunenari 2003 die „Memorial Foundation“. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die wertvollen Artefakte, die sich teils bereits seit Generationen im Besitz der Familie befinden, der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

2017 wurde beim Abriss eines Lagerhauses auf dem Grundstück der Familie ein großer Silberstempel entdeckt. Der Stempel wurde untersucht und es stellte sich heraus, dass es sich bei dem gefundenen Artefakt tatsächlich um das offizielle Siegel handelte, das vom Tokugawa-Shogunat verwendet wurde, als es 1858 den japanisch-amerikanischen Freundschafts- und Handelsvertrag unterzeichnete.

Iehiro sagte daraufhin, dass es an der Zeit sei, dass die Familie ein ordentliches Inventar der Besitztümer des Tokugawa-Clans anfertige. Immerhin würden diese inzwischen auch oft öffentlich ausgestellt.

„Viele wertvolle Artefakte befinden sich technisch gesehen immer noch im persönlichen Besitz meines Vaters. Dieses Eigentum muss auf die Stiftung übertragen werden“, sagte Iehiro. „Der Prozess der Untersuchung und Sortierung wird mehrere Jahre dauern, bevor wir eine Datenbank aufbauen können.“

Das neue Oberhaupt

Iehiro verbrachte seine Kindheit in den Vereinigten Staaten und arbeitete nach seinem Studienabschluss an der dortigen Graduate School für die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). So verbrachte er auch einige Zeit im Hauptsitz der FAO in Rom und in ihrer Zweigstelle in Hanoi.

Das neue Oberhaupt des Tokugawa-Clans hat während seiner Zeit im Ausland verstärkt auf den dortigen Umgang mit japanischen Kulturgütern geachtet.

Er wies darauf hin, dass gerade die japanische Edo-Kultur in Europa und den Vereinigten Staaten besonders bewundert wird. Kulturgüter aus dieser Zeit werden heute in der ganzen Welt aufbewahrt und ausgestellt.

Iehiro kommentierte diesbezüglich: „Japans Geschichte scheint aus der Sicht von Nicht-Japanern kompliziert und schwer zu verstehen zu sein. Ich träume davon, eine Tokugawa-Ausstellung außerhalb Japans zu organisieren, die Stücke aus der ganzen Welt zeigt.“

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