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Am nächsten Tag gibt es eine Veranstaltung für die chinesischen Opfer

Tokyo gedenkt den koreanischen Opfern des Massakers von 1923

Vor wenigen Tagen jährte sich das Kanto-Erdbeben erneut, das 1923 Tausenden das Leben kostete. Viele Koreaner, die zum Beben in Japan lebten, starben jedoch nicht durch die Naturkatastrophe, sondern während der Hetzjagd auf sie danach. Menschen gedachten nun am Samstag in Tokyo den Opfern von dem Massaker.

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In dem Stadtbezirk Sumida im Yahiro-Distrikt in Tokyo fand die Gedenkfeier für die Toten statt. Verschiedene Bürgergruppen organisierten die Veranstaltung. Um 15 Uhr begann das Event am Flussbett des Arakawa. Im Rahmen der Zeremonie trat der Sänger Lee Jeong-mi auf, der in Japan als Koreaner lebt.

Denkmal erinnert an die Opfer

Vorab erklärte Masao Nishizaki, Direktor des Vereins Housenka, wie wichtig es ist, an das Ereignis zu erinnern. Der Verein half dabei, die Veranstaltung zu organisieren und erklärte, dass es wichtig ist, nicht zu vergessen, dass damals Menschen zu Schaden kamen. Eine Gedenkveranstaltung für die chinesischen Opfer wird am 8. September ebenfalls in Tokyo stattfinden. Diese beginnt um elf Uhr am Higashiojima Bunka Center im Bezirk Koto.

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Schon am 1. September, am Jahrestags des Erdbebens, fand in Tokyo eine ähnliche Veranstaltung im Yokoamicho-Park statt. Der Fluss in der Nähe des Parks spielt allerdings in der Geschichte der Massaker eine größere Bedeutung. Kurz nach dem Beben kamen Gerüchte in Umlauf, dass Koreaner und Chinesen rebellieren wollen und das Grundwasser vergifteten. Es kam zur Mobilisierung des Militärs um den Fluss und sie begannen Jagd auf die ausländischen Minderheiten zu machen, von denen viele in der Zeit zu Tode kamen. Über drei Wochen wurden Koreaner auf offener Straße ermordet.

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Heute erinnert ein Denkmal auf einem privaten Gelände in der Nähe des Flussbettes an die Opfer. Bürger ließen es aufstellen, in der Hoffnung eine Gesellschaft zu schaffen, in der alle friedlich zusammenleben. Der Wunsch wird aufgrund der aktuellen Streitigkeiten zwischen Südkorea und Japan auf eine harte Probe gestellt, denn in beiden Ländern wächst bei der Bevölkerung mittlerweile der Unmut aufeinander.

Quelle: MS

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