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Eine Bitte reicht nicht mehr

Tokyo schafft es nicht die Menschen dazu zu bewegen zu Hause zu bleiben

Da in Tokyo die Infektionen mit dem Coronavirus weiter steigen und die japanische Hauptstadt unter Ausnahmezustand steht, versucht die Stadtverwaltung die Menschen dazu zu bewegen, zu Hause zu bleiben. Das gelingt ihr allerdings nicht.

Viele Menschen sind es leid sich selbst einzuschränken und nur wenige Firmen haben sich dazu entschlossen ihre Angestellten ins Homeoffice zu schicken. Die Zahl der Pendler ist daher nur um wenige Prozent gesunken, obwohl es eigentlich 70 Prozent weniger sein sollten.

Tokyos Bitten reichen nicht aus

Mittlerweile sagt die Gouverneurin der Metropole, Yuriko Koike, dass es nicht ausreicht die Menschen zu bitten.

Anders als in Deutschland kann die Präfektur- oder Stadtverwaltung die Menschen nur bitten zu Hause zu bleiben, eine rechtliche Grundlage gibt es allerdings nicht. Daher gibt es auch keine Strafen, wenn sich jemand nicht an die Bitte hält.

Mehr zum Thema:  Menschen in Tokyo reagieren mit gemischten Gefühlen auf den Ausnahmezustand

„Ich habe den Leuten Ende letzten Jahres gesagt: ‚Bitte geht nicht zurück in eure Heimatstädte‘ und ‚Keine Jahresendpartys‘, aber leider hat man nicht auf mich gehört.“, sagte Koike am Freitag auf einer Pressekonferenz und drückte ihre Frustration darüber aus, dass die Leute gegen ihre Aufforderungen handeln.

Obwohl die japanische Regierung kurz nach Jahresbeginn den Ausnahmezustand ausgerufen hat, bleibt die tägliche Zahl der neu bestätigten Infektionsfälle meist über 1.000 und zeigt keine Anzeichen eines Rückgangs.

Bei der ersten Welle von Coronavirus-Infektionen im vergangenen Frühjahr forderte die Stadtverwaltung eine Vielzahl von Unternehmen auf, den Betrieb einzustellen oder ihre Öffnungszeiten zu verkürzen. Diese Maßnahme und Koikes einprägsame Aufforderung, zu Hause zu bleiben, führten dazu, dass die Infektionen zurückgingen.

In der zweiten Welle im Sommer beschränkten sich die wirtschaftsbezogenen Maßnahmen auf die Forderung nach kürzeren Betriebszeiten für Restaurants, da die Maßnahmen der ersten Welle einen enormen Tribut an die Wirtschaft forderten. Das reichte aus, um die Pandemie in Griff zu bekommen.

„Dies wurde eine Erfolgsgeschichte.“, sagte ein hoher Beamter der Stadt.

Einwohner sind es überdrüssig sich selbst einzuschränken

Allerdings konnte man beobachten, dass die Einwohner mit dem Start der Reisesubvention ihre Vorsicht fallen gelassen hatten. Als im November die Infektionszahlen wieder anstiegen, fordere die Stadtverwaltung Restaurants auf, ihre Betriebszeiten zu verkürzen, doch hier merkte man bereits, dass sich viele nicht daran hielten.

Nachdem Tokyo in der Silvesternacht einen Tagesrekord von 1.337 Infektionen verzeichnet hatte, kontaktierte Koike sofort die Gouverneure der benachbarten Präfekturen Saitama, Chiba und Kanagawa.

Am 2. Januar besuchten die vier Gouverneure dann den Minister für wirtschaftliche Wiederbelebung, Yasutoshi Nishimura, der für die Coronavirus-Bekämpfung der japanischen Regierung zuständig ist, um auf die Ausrufung des Ausnahmezustands gemäß dem Gesetz über besondere Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus zu drängen.

Doch trotz des Ausnahmezustands ist der Strom der Menschen in Tokyo nicht versiegt.

Breite öffentliche Unterstützung der Maßnahmen fehlt

Es ist allerdings auch schwer den Menschen es verständlich zu machen, dass man zu Hause bleiben soll, wenn bis 20 Uhr das Leben in Tokyo ganz normal weitergeht.

Dazu kommt, dass die japanische Regierung kein gutes Bild abgibt und als unentschlossen in ihrer Reaktion auf die Pandemie angesehen wird. Zusätzlich gibt es viele Stimmen von Restaurantbetreiber, die nicht einsehen, wieso sie nun die schwarzen Schafe sein sollen und die Tatsache, dass die Ausgleichszahlung für Bars und Restaurants nur an kleine Unternehmen gezahlt wird.

Mittlerweile plant die Stadtverwaltung Unternehmen zu bitten komplett zu schließen, doch was bringt so eine Maßnahme, wenn sie keine Unterstützung in der Bevölkerung findet?

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