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HomeNachrichten aus JapanTokyo setzt Spirituosenhändler unter Druck

Erklärung unterschreiben oder auf finanzielle Unterstützung verzichten

Tokyo setzt Spirituosenhändler unter Druck

Die Stadtverwaltung von Tokyo hat Spirituosenhändler unter Druck gesetzt, indem sie eine schriftliche Erklärung verlangt haben, dass die Händler keine Geschäfte mit Restaurants machen, die sich nicht an die Aufforderung, keinen Alkohol während des 4. Ausnahmezustands auszuschenken, halten.

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Als Druckmittel hat die Stadtverwaltung damit gedroht, die finanzielle Unterstützung für Händler einzustellen, die keine Erklärung abgeben.

Tokyo reagiert auf eine Anordnung der Regierung

Tokyo reagierte damit auf eine Anordnung der japanischen Regierung, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus so eine Erklärung gefordert hat. Den Plan hat die japanische Regierung am 14. Juli allerdings wieder gekippt, auch die Stadtverwaltung der Hauptstadt hat nun nachgezogen.

Die finanzielle Unterstützung sieht vor, dass Unternehmen Anspruch auf maximal 200.000 Yen (ca. 1.538 Euro) pro Monat haben, um wirtschaftliche Schäden durch die Pandemie abzufedern. Ohne diese Erklärung sollten keine Hilfsgelder gezahlt werden.

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Nach Angaben der Stadtverwaltung hat die japanische Regierung am 11. Juni die Aufforderung, eine Erklärung einzufordern, verschickt. Als Begründung hieß es, dass es nicht angemessen ist, Einzelhändlern finanzielle Unterstützung zu gewähren, die Geschichte mit Unternehmen machen, von denen sie wissen, dass sie die Anweisung, keinen Alkohol ausschenken, nicht einhalten.

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Unternehmen können seit dem 1. Juli in Tokyo Anträge auf finanzielle Unterstützung stellen, bis zum 13. Juli haben sich 1.645 Unternehmen beworben.

Finanzielle Unterstützung für Unternehmen sehr wichtig

Für Unternehmen, die durch die Pandemie Probleme bekommen haben, ist die finanzielle Unterstützung essenziell, um einen Teil des Umsatzrückgangs auszugleichen. Die Forderung nach einer Erklärung stieß daher auch auf viel Kritik.

Hiroo Akiyama, Chef von Sake no Akiyama, einem Spirituosengroßhändler in Tokyo, sagte: „Zu verlangen, dass wir als Gegenleistung für die finanzielle Unterstützung unser Geschäft einstellen, ist eine zwingende Anordnung, die die Schwäche der Großhändler ausnutzt.“

Sake no Akiyama macht Geschäfte mit etwa 700 Betrieben, hauptsächlich in Tokyo. Aufgrund der wiederholten Verhängung des Ausnahmezustands und anderer Umstände ist der Umsatz um mindestens die Hälfte zurückgegangen. „Im Geschäft geht es um ein Vertrauensverhältnis“, sagte Akiyama. „Wenn wir einmal ‚nein‘ sagen, werden sie bei einem anderen Händler kaufen. Diese Ideen kann nur von Leuten kommen, die die Realitäten von Großhändlern nicht verstehen, und das ist nichts als schlechtes Urteilsvermögen.“

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