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Tokyo startet Erprobung eines autonomen Taxidienstes

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo sind für Japan ein großes Ereignis und Anlass für viele Innovationen. Nun wird in diesem Zusammenhang ein autonomer Taxidienst erprobt.

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Die japanischen Unternehmen ZMP Inc. und Hinomaru Kotsu Co. planen, einen Service selbstfahrender Taxis für zahlende Passagiere anzubieten. Der volle Service soll zu den Olympischen Spielen im Jahre 2020 stehen. Darum wird dieses Projekt momentan bis zum 8. September in Tokyo getestet. Japan wäre dann das erste Land, das diese Art von Service anbietet.

Autobauer weltweit stehen momentan in starkem Wettbewerb bei der Entwicklung autonom fahrender Autos. In den USA laufen derzeit in diesem Zusammenhang Tests auf öffentlichen Straßen. Initiatoren sind hierbei die Unternehmensgiganten General Motors Co. und Waymo, ein Spin-Off des Technologie-Riesen Google. Anfang des Jahres testeten in Japan Nissan Motor Co. und DeNA Co. selbstfahrende Autos.

Der Einsatz autonomer Taxis

Die aktuellen Testfahrten umfassen momentan vier Rundfahrten pro Tag. Die Teststrecke ist 5,3 Kilometer lang und verbindet kommerzielle Einrichtungen in Tokyos Stadtteilen Otemachi und Roppongi. Das Testfahrzeug ist ein mit Sensoren und anderen autonomen Technologien ausgestatteter Minivan. Um die Sicherheit bei diesen Fahrten zu gewährleisten, befinden sich ein Fahrer und ein Assistent an Bord. Bezahlt wird über eine Smartphone-App, der Fahrpreis liegt pro Fahrt zwischen 11 und 12 Euro (1.500 Yen).

Das Interesse an dieser Technologie ist groß. Darum gibt es für die ersten Testfahrten bereits eine Vorauswahl von rund 1.500 Teilnehmern für 96 Testfahrten. Eine der Testpersonen bestätigt begeistert, dass es kaum auffällt, in einem autonom fahrenden Auto zu sitzen. Die Fahrten im Stadtverkehr Tokyos liefen erstaunlicherweise glatt. Trotzdem gibt es noch Anmerkungen zur Verbesserung der Technologie, zum Beispiel bei den Bremsen.

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Diese Technologie soll als Ausgleich zum fortschreitenden Fahrermangel in Tokyo dienen. Gerade bei den steigenden Besucherzahlen ausländischer Touristen in Japan stellt dieser Service eine Option im Bereich der öffentlichen Personenbeförderung dar. Darum wird eine zweite Teststrecke von den beiden Unternehmen geplant, die den Flughafen Haneda in Tokyo mit einbezieht.

Neben Japans Hauptstadt sind auch die ländlichen Gebiete ein Zielgebiet. Sie hoffen auf einen Einsatz autonomer Taxis, da gerade dort die Taxifahrer aufgrund des demografischen Wandels nach und nach wegfallen. Neueinsteiger fehlen in dieser Branche. ZMP Inc. und Hinomaru Kotsu planen die Bildung eines Konsortiums mit den Taxiunternehmen, die unter Fahrermangel leiden. Das soll der Senkung der Kosten für die Einführung dieser neuen Technologie dienen.

Quelle: Kyodo News

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