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Tokyo verbietet Eltern jegliche Gewalt gegenüber ihren Kindern

Erst vor wenigen Wochen sorgte der Todesfall eines 10-jährigen Mädchens in Chiba erneut für viel Aufsehen. Der Vater und die Mutter stehen unter Verdacht, das Kind zu Tode misshandelt zu haben. In Japan leider kein Einzelfall. In den letzten Jahren stieg die Zahl der misshandelten Kinder deutlich an und die Forderungen nach härteren Gesetzen wurden lauter. Nun geht die Regierung von Tokyo den ersten Schritt und verbietet körperliche Strafen und verbale Misshandlungen gegenüber Kindern.

Die Entscheidung zu der neuen Verordnung gab die Regierung am Mittwoch offiziell bekannt. Sie wollen damit auf die tragischen Todesfälle, wie dem der fünfjährige Yua Funato im letzten Jahr, reagieren. Am 20. Februar soll die Metropolitanversammlung den fertigen Gesetzesentwurf erhalten. Im April soll dann die neue Verordnung in Kraft treten.

Die Regelung sieht neben einem strikten Verbot einen besseren Informationsaustausch zwischen Kinderhilfezentren, die oft zu spät oder gar nicht auf Vorfälle reagieren, vor. Zentren in Tokyo sollen so bei laufenden Fällen mit großer Dringlichkeit Informationen sofort an andere Zentren weiterleiten. Es soll dazu ein Umfeld entstehen, bei dem Menschen einen möglichen Missbrauch ohne zu zögern melden und so Leben retten können. Zusätzlich schreibt die Verordnung regelmäßige medizinische Untersuchungen für schwangere Frauen und Kinder vor.

Präfektur besitzt kaum Regelungen gegen Misshandlungen

Allerdings besitzt die Verordnung bis jetzt noch keine Strafbestimmungen bei Verstößen. Es ist noch nicht klar, ob welche dazu kommen, oder das Gesetz vorerst ohne Strafen auskommen muss. Trotz alledem ist Tokyo mit den Regelungen weiter als die meisten anderen Regionen Japans. Bis jetzt gibt es nur in neun der 47 Präfekturen Gesetze gegen den Kindesmissbrauch. Die Behörden versuchen zwar, den Kindern zu helfen, oft sind sie jedoch überfordert oder nehmen Meldungen nicht richtig ernst.

Aus dem Grund fordern viele ein landesweites Gesetz gegen Kindesmissbrauch, um alle Kinder gleichermaßen schützen zu können. Premierminister Shinzo Abe selbst trug seinem Kabinett auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit sich Todesfälle wie bei Yua Funato nicht wiederholen. Bis jetzt hat sich allerdings nicht wirklich etwas getan. Ein fatales Bild, denn alleine letztes Jahr gab es mindestens 37.113 Opfer von Kindesmissbrauch.

Quelle: Mainichi Shimbun

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