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Naomi Watanabe sollte als "Olympig" auftreten

Tokyos olympischer Kreativdirektor tritt nach beleidigenden Kommentar zurück

Der Sexismus-Skandal um den ehemaligen Chef des Olympischen Organisationskomitees von Tokyo ist immer noch frisch und schon gibt es bereits den nächsten Skandal. Diesmal trifft es Tokyo Kreativdirektor, der wegen Beleidigung sein Amt niederlegt.

Am Donnerstag gab Hiroshi Sasaki seinen offiziellen Rücktritt bekannt. Auslöser dafür war ein Bericht des Magazins Shukan Bunshun, laut dem er die berühmte Komikerin, Entertainerin und Plus-Size-Model Naomi Watanabe beleidigt hatte.

Kreativdirektor meinte es nur lustig

Laut dem Artikel hat Sasaki einer Gruppe Mitarbeitern des Planungsteams über den Messanger LINE vorgeschlagen, dass Watanabe während der Zeremonie vom Himmel schweben soll. Sie sollte dabei ein Schweinekostüm tragen und die Rolle als „Olympig“ übernehmen, einem Wortspiel aus Olympia und dem englischen Pig, was Schwein heißt. Der Nachricht beigefügt waren mehrere Schweine-Emojis. Die Idee wurde von den Gruppenmitgliedern sofort wütend verurteilt.

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Der 66 Jahre alte Sasaki gab am Donnerstag zu, dass er wirklich die Idee hatte und die Komikerin als Schwein bezeichnet hat. Er dachte, es sei charmanter Scherz, er wurde jedoch des Besseren belehrt. Sein Kommentar sei sehr beleidigend gewesen, wofür er sich bei Watanabe und allen anderen entschuldigt, die sich dadurch unwohl fühlten.

Watanbe sei laut einer Erklärung ihrer Agentur hingegen überrascht von der Aussage, von der sie nach eigenen Angaben nichts wusste.

Vorsitzende ist schockiert

Die neue Chefin des Organisationskomitees, Seiko Hashimoto, zeigte sich empört und schockiert. Es sei sehr unangemessen einen Kommentar abzugeben, der sich über das Aussehen einer Person lustig macht. Für sie hätte deswegen so etwas nie passieren dürfen. Übers Telefon habe sie mit den Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gesprochen und ihm versichert, dass sie Maßnahmen gegen solche Vorfälle ergreifen.

Hashimoto hatte bei ihrer Antrittsrede versprochen, die olympischen Wert von Vielfalt und Inklusion zu fördern, wobei sie sich besonders für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt. Sie will damit bereits aus dem Sexismus-Skandal vor einigen Wochen reagieren, der international für Empörung sorgte.

Olympischen Spiele brauchen schnell einen Ersatz

Neben Hashimoto äußerte sich auch die Gouverneurin von Tokyo, Yuriko Koike. Es sei eine sehr peinliche Aussage von Sasaki. Sie betonte aber auch, dass die Planungen weiter gehen müssen und dass, unter einem Konzept, das Zeit sowie Geld spart.

Obwohl der Rücktrittantrag ohne zu zögern angenommen wurde, stehen die Spiele nun vor einem großen Problem. In nicht einmal einer Woche startet bereits der Fackellauf und der Kreativdirektor ist zurzeit sehr wichtig, um die Eröffnungszeremonie vorzubereiten.

Sasaki ist bereits die zweite Besetzung für den Kreativdirektor. Er übernahm den Posten von Nomura Mansai, nachdem die Spiele um ein Jahr verschoben wurden. Hashimoto versprach auf der Pressekonferenz, dass sie versuchen schnelle einen Nachfolger für Sasaki zu finden. Ob es bereits einen Favoriten gibt, wurde nicht bestätigt.

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