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HomeNachrichten aus JapanTomoko Namba wird als 1. weibliche Vizepräsidentin des größten japanischen Wirtschaftsverbands ausgewählt

Nippon Keidanren macht einen Schritt in der Geschlechtergleichstellung

Tomoko Namba wird als 1. weibliche Vizepräsidentin des größten japanischen Wirtschaftsverbands ausgewählt

Tomoko Namba, Gründerin und Vorsitzende des Online-Dienstleisters DeNA Co. wurde vom Nippon Keidanren zur ersten weiblichen Vizepräsidentin ernannt. Der Wirtschaftsverband verkündete diese Entscheidung am Montag und vergab damit erstmals in seiner 75-Jährigen Laufbahn einen Posten an eine Frau.

Tomoko Namba beeindruckt mit erfolgreicher Laufbahn

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Tomoko Namba absolvierte einen Master of Business Administration an der Harvard University und gründete 1999 DeNA, eines der größten japanischen Unternehmen für soziale Netzwerke und mobile Spiele. Vor der Gründung war sie Partnerin und Beraterin bei McKinsey & Co., einer Unternehmensberatung, die weltweit tätig ist.

Um sich auf ihre Familie und ihr Privatleben zu konzentrieren, trat die 1962 geborene Japanerin im Jahr 2011 von ihrem Posten als Vorsitzende zurück.

Vier Jahre später wurde sie die erste weibliche Inhaberin eines japanischen Profi-Baseballteams, der Yokohama DeNA BayStars.

Keidanrens Vositzender äußert sich positiv über Tomoko Nambas Eintritt

Das Nippon Keidanren (kurz für Nippon Keizai Dantai Rengōkai) vertritt als wichtigster Wirtschaftsverband die politischen Interessen der japanischen Wirtschaftsverbände der Großindustrie.

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Zum Eintritt Nambas gab Hiroaki Nakanishi, Vorsitzender des von Keidanren auf einer Pressekonferenz an: „Ich bin beeindruckt, dass sie so stimmgewaltig ist und über kommunikative Fähigkeiten verfügt. Ich bin froh zu hören, dass sie das neue Amt übernehmen wird.“

Tomoko Namba ist nicht nur die erste Frau, die einen Posten im Wirtschaftsverband erhält, sondern wird auch die Einzige sein. Neben ihr werden die verbleibenden 20 Posten für stellvertretende Vorsitzende von Männern besetzt.

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Namba wird den Posten bekleiden, nachdem das Gremium des Verbandes die Ernennung am 1. Juni formell genehmigt hat.

Die Anzahl der ernannten Vorsitzenden bei Keidanren belief sich zuvor auf 18 Posten und soll zukünftig auf 20 erhöht werden. Zu den neu ernannten Mitgliedern zählen Toshiaki Higashihara, Präsident und CEO von Hitachi Ltd. und Kazuhiro Tsuga, Präsident und CEO der Panasonic Corporation.

Japan macht kleine Schritte in der Geschlechtergleichstellung

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Nachdem Yoshiro Mori, ein ehemaliger Premierminister, nach sexistischen Äußerungen gezwungen war, von der Leitung des Organisationskomitees der Olympischen Spiele und Paralympics in Tokio zurückzutreten, bekam die Frage nach der Geschlechtergleichstellung neuen Aufschwung.

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Die Situation um Tomoko Nambas Ernennung zeigt auf, dass die Wirtschaft Japans immer noch stark von Männern dominiert wird. Die Förderung der Geschlechtergleichstellung stellt ein Problem dar, bei dem Japan im Ländervergleich zurückfällt.

Seit 2003 wurden diesbezüglich weder große Erfolge verzeichnet und ebenfalls keine Veränderungen der Ziele vorgenommen. Erst zum Geschäftsjahr 2021 soll ein neuer Plan zur Geschlechtergleichstellung eingeführt werden, der für fünf Jahre gültig sein soll.

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