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Tourismusförderung für den japanischen „Selbstmordwald“ Aokigahara

Aokigahara-jukai, übersetzt „Aokigahara-Baummeer“ liegt in der Nähe des Fuji-Gebirges und ist eigentlich ein sehr schönes Fleckchen Erde, wenn der Wald nicht so einen miesen Ruf hätte. Daher gibt es jetzt Bemühungen, den negativen Ruf touristenwirksam zu bekämpfen.

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Auf den ersten Blick wirkt das Waldgebiet von Aokigahara in der Präfektur Yamanashi als das Touristenziel schlechthin. Der riesige Wald erstreckt sich über eine Fläche von etwa 30 Quadratkilometer und ist so üppig, dass die Japaner in auch als Jukai bezeichnen, was in etwa „Meer der Bäume“ bedeutet. Zusammen mit dem Berg Fuji und den Seen von Kawaguchi und Sai in der Nähe ist das Gebiet eigentlich sehr gut geeignet für verschiedene Outdoor-Aktivitäten.

Was diese idyllische Bild allerdings erheblich stört, ist die Tatsache, dass Aokigahara seit langem als bevorzugter Ort gilt, um Selbstmord zu begehen. Während urbane Legenden von unbrauchbaren Kompassen und traurigen Geistern die Runde machten, ist der Wald in der Realität groß und abgelegen genug, um sich leicht zu verirren, was dem schlechten Ruf des Waldes auch nicht zuträglich ist.

Selbstmordwald
Bild: offizielle Homepage von Aokigahara

Aber viele Bilder aus der Region zeigen, dass Aokigahara unbestreitbar ein wunderschöner Ort ist und seinen schlechten Ruf völlig zu Unrecht hat. Aus diesem Grund veranstalten die Verantwortlichen des Vogelschutz-Gebietes Saiko Yacho no Mori Kouen jedes Jahr einen geführten Spaziergang durch den Wald. In kleinen Gruppen von fünf bis zehn Leuten kann man die raue Schönheit des Gebietes auf sich wirken lassen. Die Führungen sind inzwischen so beliebt, dass sich in diesem Jahr 350 Leute einfanden, die den Weg durch den Aokigahara-Wald auf sich nehmen wollen. Zum ersten Mal waren auch 50 Personen mit dabei, die nicht aus der Präfektur Yamanashi kamen.

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Im Jahr 2007 startete die Stadt Fuji Kawaguchikomachi ein Ausbildungs-Programm für Naturführer, die die Waldtouren inzwischen regelmäßig anbieten. Während man anfangs nur knapp 5.000 Besucher pro Jahr begrüßen konnte, sind es inzwischen über 10.000 Menschen, die den Weg nach Aokigahara finden.

Aokigahara
Bild: offizielle Homepage von Aokigahara

Auch die ersten Pläne für den kommenden Winter gibt es schon, sodass ab 2018 lokale Gasthöfe und Tourismus-Organisationen auch spezielle Wintertouren durch den Wald anbieten wollen. Mit dieser Aktion will man einen weiteren Schritt weg vom tragischen Image machen und sich als schöner Tourismusort etablieren.

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