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Transplantationsdienste in Japan kämpfen um die Anonymität von Spendern und Patienten

Organisationen warnen vor möglichen Folgen

Die Transplantationsdienste in Japan sehen mit Besorgnis, dass über die sozialen Median immer häufiger die Identitäten von Organspendern oder -empfängern aufgedeckt werden.

Eigentlich ist es die Regel, dass bei einer Spende von Organen oder Knochenmark, die Anonymität der Spender und der Empfänger gewahrt wird.

Transplantationsdienste beunruhigt über die Entwicklung

Dass diese Regel nun immer öfters nicht eingehalten wird, beunruhigt die Organisationen wie Japan Organ Transplant Network und das Japan Marrow Donor Program.

In einem monatlichen Newsletter, der am 15. Januar veröffentlicht wurde, wurden in einem Artikel verstärkte Maßnahmen gefordert, um zu verhindern, dass zwischen dem Spender und dem Empfänger ausgetauschte Briefe in sozialen Medien veröffentlicht werden.

Das Japan Marrow Donor Program hat es Knochenmarkspender und -empfänger ermöglicht, innerhalb eines Jahres nach der Transplantation maximal zwei Briefe auszutauschen, nachdem sichergestellt wurde, dass Namen, Adressen oder andere Details, die ihre Identität offenbaren würden, nicht enthalten sind.

Immer öfters werden Informationen veröffentlicht

In den letzten Jahren hat jedoch die Zahl der Personen zugenommen, die Bilder der Briefe in ihren Blogs oder sozialen Medien veröffentlichen oder in TV-Shows zeigen. Wenn die Person, die den Brief geschrieben hat, oder ihre Familie ihn sehen, können sie leicht herausfinden, wer ihr Spender ist oder umgekehrt.

Aus diesem Grund hat das Japan Marrow Donor Program die von Spendern und Empfängern unterzeichnete Einverständniserklärung hinzugefügt, die Briefe nicht in sozialen Medien und anderen Medien zu veröffentlichen.

Katsumi Orihara, Mitarbeiter der Organisation, sagte, die Einverständniserklärung ist erforderlich, weil man weiterhin den Briefaustausch zwischen dem Geber und dem Empfänger zulassen will.

„Wenn ein Empfänger ein Kind ist, schreibt er oder sie einen Dankesbrief, der vielleicht nicht gut geschrieben ist, aber dennoch die Herzen der Spender erobert“, so Orihara. „Wenn ein Empfänger einen Brief vom Spender erhält, würde dies ihn oder sie motivieren, nach der Transplantation weiterzukämpfen.“

Anonymität soll vor Problemen schützen

Anonymität ist wichtig, um Probleme zu vermeiden, die entstehen können, wenn man weiß, wer eine der Parteien ist, z. B. wenn der Empfänger um eine finanzielle Entschädigung gebeten wird. In anderen Ländern gab es Fälle, in denen ein Spender den Empfänger aufforderte, sich einer religiösen Gruppe anzuschließen.

Es gab auch einen Fall, in dem der Empfänger den Spender direkt kontaktierte und um eine weitere Knochenmarkspende bat, falls sich die Krankheit des Empfängers verschlimmerte.

Wenn Sie online suchen, werden viele Bilder von Briefen zwischen den beiden Seiten ausgetauscht. Das Design des Umschlags kann beispielsweise bei der Identifizierung eines Spenders oder Empfängers hilfreich sein, wenn er ein spezielles Design aufweist.

Wenn Koordinatoren diese Bilder online finden, bitten sie die Person, die sie veröffentlicht hat, sie zu entfernen.

„Aber es ist ein privater Brief, deshalb können wir sie nicht dazu zwingen. Wir können nur fragen, aber nicht jeder stimmt zu“, so Orihara.

Dies gilt auch für Organtransplantationsfälle. Es gab einen Fall, in dem ein Mann in seinem Blog über seine Erfahrungen mit dem Erhalt eines Organs von einem hirntoten Patienten schrieb und wiederholt das Datum angab, an dem er die Transplantation erhielt.

Im Gegensatz zu Knochenmarktransplantationen wurden in den letzten 21 Jahren nur etwa 700 Organtransplantationen von hirntoten Patienten in Japan durchgeführt.

„Wenn die Familie des Spenders auf das Datum schaut, würde sie sofort erkennen, dass es sich um das Organ handelt, das von ihrem nächsten Verwandten gespendet wurde“, sagte Misa Ganse, eine Mitarbeiterin des Japan Organ Transplant Network.

In anderen Fällen posteten einige Leute in den sozialen Medien, dass ihr Freund ein Organ gespendet hat und veröffentlichten den Namen des Freundes gleich mit.

„Wir können Menschen nicht zwangsweise davon abhalten, Informationen zu veröffentlichen“, sagte Ganse und fügte hinzu, dass die Organisation weiterhin erklären wird, dass es ein Problem ist und sie bitten diese Postings zu löschen.

TJT

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