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Erreichbarkeit rund um die Uhr

Trennung von Privat- und Berufsleben rückt in Japan in den Fokus

Durch die Pandemie arbeiten in Japan immer mehr Menschen im Homeoffice, daher ist nun eine Diskussion entbrannt, dass das Privat- und Berufsleben strikter getrennt werden muss.

Das Problem ist in Japan allerdings nicht neu, denn es betrifft auch Arbeitnehmer, die regulär ins Büro fahren und nach Feierabend zu Hause Anfragen bekommen.

Die Debatte zum „Recht auf Nichterreichbarkeit“ wird auch in der EU diskutiert und soll als EU-Verordnung festgelegt werden.

Privat- und Berufsleben wird häufig vermischt

In Japan mehreren sich die Berichte von Arbeitnehmern, dass ihre Chefs ihnen nicht erlauben abzuschalten, auch wenn sie eigentlich Feierabend haben.

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Es gibt in Japan kein Gesetz, dass Arbeitnehmern ein Recht auf Nichterreichbarkeit garantiert, allerdings haben einige Unternehmen Arbeitsvorschriften festgelegt, dass den Kontakt zwischen Mitarbeitern außerhalb der regulären Arbeitszeit verbietet, um zu verhindern, dass Mitarbeiter während eines Urlaubs E-Mails der Firma erhalten.

Nur greifen diese Vorschriften oft nicht, wenn sich ein Mitarbeiter im Homeoffice befinden.

Laut einer Umfrage des japanischen Gewerkschaftsbunds Rengo, arbeiten die meisten Menschen im Homeoffice deutlich länger.

Ministerium fordert strikte Regeln

Daher heißt es in einem Bericht des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales aus dem vergangenen Jahr auch, dass Regeln für Unternehmen geschaffen werden müssen, um eine strikte Trennung von Privat- und Berufsleben zu gewährleisten.

Regeln müssen dringend geschaffen werden, denn immer mehr Arbeitnehmer klagen darüber, dass sie außerhalb der Arbeitszeit immer mehr Anfragen aus ihrem Unternehmen bekommen.

Das geht sogar so weit, dass sie angewiesen werden, eine Umleitung vom Firmentelefon auf ihr Telefon zu legen, um jederzeit Anrufe entgegennehmen zu können und auch nach Feierabend mit ihrem Computer mit dem Firmennetzwerk verbunden sein müssen.

Laut einer Umfrage der japanischen Stadt Kobe müssen 14,9 Prozent der Arbeitnehmer mindestens einmal pro Woche nach Feierabend auf Anrufe oder E-Mails ihres Chefs reagieren, die nicht wichtig sind.

Bei 13,5 Prozent melden sich regelmäßig Kollegen nach der regulären Arbeitszeit, mit Fragen, die nicht wichtig sind.

Problem nicht nur bei Arbeitnehmern in Homeoffice vorhanden

Das Problem bezieht sich allerdings nicht nur auf Mitarbeiter, die im Homeoffice sind, auch bei Arbeitnehmern, die regulär ins Büro fahren, nehmen die Anfragen nach Feierabend, wenn sie bereits zu Hause sind, deutlich zu.

Viele Anwälte, die sich mit den Rechten von Arbeitnehmern befassen, fordern daher auch ein Recht auf die Trennung von Privat- und Arbeitsleben und wies gleichzeitig auf ein weiteres Problem hin: die Überwachung.

Denn einige Unternehmen gehen so weit, dass sie Überwachungssoftware auf den privaten Computern ihrer Arbeitnehmer installieren.

Auf einer Online-Konferenz, die am 3. Februar von der Labor Lawyers Association of Japan abgehalten wurde, sagte Kazuya Takemura, stellvertretender Generalsekretär der Gruppe: „Es gibt Unternehmen, die die Privatsphäre der Arbeitnehmer nicht respektieren, wie zum Beispiel solche, die Überwachungssoftware einführen. Die Regierung sollte eine Gesetzgebung über das Recht auf Abschaltung in Betracht ziehen.“

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