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Zwei Piloten und ein Mitarbeiter erhalten Haftstrafen

Türkei verurteilt Piloten von geflüchteten Ex-Nissan-Chef zu Haftstrafen

Nach mehr als einem Jahr nach der Flucht des ehemaligen Chefs von Nissan ist der Fall rund um Carlos Ghosn immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Da Ghosn für Japan weiterhin unerreichbar bleibt, wird gegen die Fluchthelfer vorgegangen. Die Türkei meldet jetzt, dass sie mehrere Personen verurteilt haben.

Ein türkisches Gericht in Istanbul verurteilte am Mittwoch zwei Piloten und einen Mitarbeiter der privaten Fluggesellschaft MNG Jet wegen der Beteiligung an der Flucht. Den beiden Piloten wurde dabei illegaler Schmuggel von Migranten vorgeworfen.

Personal vom zweiten Flug wird freigesprochen

Die beiden Männer hatten Ghosn von Osaka nach Istanbul in einem Privatjet geflogen. Der ehemalige Nissan-Chef hatte sich in einer großen Kiste versteckt, die von zwei weiteren Fluchthelfern aus den USA in Japan durch die Kontrollen geschmuggelt wurden. Sie sollen in Japan vor Gericht kommen und die Auslieferung dafür wurde bereits beschlossen.

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Ein Flugbegleiter sowie zwei Piloten wurden freigesprochen und bei einem dritten Mitarbeiter wurde die Klage fallen gelassen. Ihn konnte kein Schmuggel von Migranten von der Türkei in den Libanon nachweisen, weil Ghosn die libanesische Staatsangehörigkeit besitzt.

Alle drei verurteilten Personen erhielten gleichermaßen eine Haftstrafe von vier Jahren und zwei Monaten. Laut ihren Anwalt wollen sie jedoch Berufung einlegen, da es nicht richtig sei, dass die Crew für den Flug von der Türkei nach Beirut freigesprochen wird, die von dem Flug aus Japan jedoch nicht.

Piloten und Mitarbeiter wussten von der Flucht nichts

Die beiden türkischen Piloten und der Angestellte hatten während der ganzen Verhandlung auf Unschuldig plädiert. Sie wussten nach eigenen Angaben nichts von der Flucht und ihnen war nicht bekannt, dass Ghosn sich an Bord befand. Wie einer der Piloten erklärte, hatten sie nichts geplant und waren nur den Anweisungen ihres Arbeitgebers gefolgt.

Laut dem Mitarbeiter, wurde ihnen erst in Istanbul mitgeteilt, dass er mitgeflogen war. Jedoch gab er zu, dass er dabei half, ihn auf das zweite Flugzeug zu schmuggeln, das ihn in den Libanon bracht, wo er sich seitdem befindet. Er soll das nach eigenen Angaben jedoch nur getan haben, weil bedroht wurde und Angst um seine Familie hatte.

Die Fluggesellschaft gab zu, dass ihre zwei Flugzeuge illegal zur Flucht verwendet wurden. Sie erklärten, dass Mitarbeiter die Flugaufzeichnungen gefälscht haben, damit der Name Ghosn nicht auftaucht. Rechtliche Konsequenzen wegen der Flucht hat das Unternehmen wohl nicht zu befürchten.

Ehemaliger Nissan Chef wird auch in Frankreich gesucht

Carlos Ghosn war im Dezember 2019 geflohen, nachdem er in dem Jahr zuvor in Tokyo wegen mehrere Straftaten festgenommen wurde. Er soll als Chef von Nissan unter anderen Geld unterschlagen und für persönliche Zwecke verwendet haben. Ghosn wurde erst nach langer Untersuchungshaft auf Kaution freigelassen, woraufhin er kurz vor Prozessbeginn flüchtete.

Später gab er an, dass er geflüchtet war, da ihn in Japan kein fairer Prozess erwarten würde und er schlecht behandelt wurde. Da der Libanon mit Japan kein Auslieferungsverfahren hat, ist er bis auf Weiteres vor einer Strafverfolgung sicher.

Aber nicht nur in Japan droht ihm Ärger. In Frankreich wird er als ehemaliger Chef der Renault-Nissan-Allianz wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Betrug und Missbrauch von Unternehmensvermögen gesucht.

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