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Video belegt Aussagen

Überwachungsvideo zeigt Misshandlungen in Einwanderungshaftanstalt in Osaka

Immer wieder gibt es in Japan Meldungen von Misshandlungen in den Einwanderungshaftanstalten. Ein Video belegt nun, dass ein Mann in einer Einrichtung in Osaka brutal behandelt wurde.

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Der japanisch-peruanische Mann hatte 2017 eine Klage gegen die Einwanderungsbehörde von Osaka eingereicht, weil er in der Haftanstalt misshandelt wurde. Die am Mittwoch bei dem Bezirksgericht von Osaka eingereichten Überwachungsaufnahmen bestätigen die Anschuldigungen.

Video zeigt eindeutige Misshandlungen

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie der damals 48 Jahre alte Mann von mehreren Beamten in eine Einzelzelle geschleppt wird. Es ist auch zu sehen, wie der Mann mitten in der Nacht von fünf Beamten zu Boden gedrückt wird, nachdem es wohl zu einer Auseinandersetzung kam, und wie er mit auf den Rücken gefesselten Armen in seiner Zelle liegt. Ebenfalls zeigen die Aufnahmen, wie ein Beamter versucht, den Mann eizuschüchtern, indem er ihn nach seiner Gehorsamkeit fragt.

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Der Mann hat vor Gericht angegeben, dass ihm am 20. Dezember 2017 mehr als einen halben Tag lang die Hände mit Handschellen auf den Rücken gefesselt wurden. Später wurde festgestellt, dass sein Arm gebrochen war. Als Entschädigung fordert er von Osaka 2 Millionen Yen (ca. 15.488 Euro).

Der Anwalt des Mann bezeichnete das Vorgehen der Beamten als eine Bestrafung und man könnte es schon fast als Folter ansehen. Bei einer früheren Anhörung hatte die Regierung noch behauptet, dass es zu keiner übermäßigen Gewalt gekommen war und man den Mann nur festhalten wollte. Nach ihren Angaben hatte sich der Mann am Tag des Vorfalls über das Mittagessen beschwert und soll gewalttätig geworden sein, weswegen man ihn 14 Stunden lang in Handschellen ließ.

Mann darf wegen Krebs in Japan bleiben

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Zu dem neuen Video wollte sich die Regierung bisher nicht äußern. Für den Mann gibt es hingegen mehr oder weniger gute Nachrichten. Er darf vorerst in Japan bleiben, um seinen Pankreas Krebs behandeln zu lassen. Dafür hat er eine vorübergehende Freilassung erhalten.

Die Misshandlungen von Ausländern erhielent zuletzt durch den Fall einer Sri Lankerin in Japan große Aufmerksamkeit. Sie starb in ihrer Zelle, nachdem ihr medizinische Hilfe verweigert wurde. Die Familie hatte sich dafür eingesetzt, dass der Fall untersucht und Videoaufnahmen freigegeben werden. Tatsächlich bestätigte sich, dass es ein grobes Fehlverhalten auf Seiten der Behörden gab. Wirkliche Konsequenzen hatte das für die Zuständigen allerdings nicht.

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