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HomeNachrichten aus JapanUmweltBaubeginn für geplante Wasserfreisetzung in Fukushima

Am Donnerstag beginnt der Aufbau der Anlagen, die aufbereitetes Wasser aus Fukushima ins Meer ableiten sollen

Baubeginn für geplante Wasserfreisetzung in Fukushima

Trotz des anhaltenden Widerstands im In- und Ausland beginnt am Donnerstag der Bau von Anlagen, mit denen später aufbereitetes Wasser aus dem havarierten Kernkraftwerk in Fukushima ins Meer geleitet werden soll.

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Der Betreiber Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. erklärte auf einer Pressekonferenz, dass er nach wie vor plant, das in der Anlage produzierte tritiumhaltige Wasser mit Meerwasser zu verdünnen und es dann einen Kilometer vor der Küste in den Pazifik einzuleiten.

Kapazität zur Lagerung nur noch bis Herbst nächsten Jahres

Tepco wollte eigentlich schon im Juni mit den Bauarbeiten für die Anlagen beginnen, musste jedoch bis zur Genehmigung durch die Atomaufsichtsbehörde warten, welche im Juli offiziell erteilt wurde.

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Seit der Havarie im Atomkraftwerk im März 2011 wurde Wasser zur Kühlung der geschmolzenen Brennelemente in die Anlage gepumpt und vermischte sich dort auch mit Regen- und Grundwasser.

Das Wasser wurde von Tepco bisher abgepumpt, aufbereitet und dann in Tanks auf dem Gelände des Kraftwerks gelagert, deren Kapazität jedoch voraussichtlich im Herbst 2023 erschöpft sein wird.

Bedenken im Ausland bei den Anrainerstaaten

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China lehnt den Plan, das Wasser verdünnt ins Meer abzuleiten, nach wie vor ab. Eine Sprecherin des Außenministeriums bezeichnete ihn als „unverantwortlich“, da er keine Rücksicht auf die betroffenen Nachbarländer nehme.

Auch Südkoreas Regierung sieht die japanischen Pläne mit Sorge. Japan solle verantwortungsvoller mit der Situation umgehen, da die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen stets die höchste Priorität hätten.

Nur Taiwan respektiert die japanische Entscheidung. Laut dortigem Kernenergierat geht man davon aus, dass die Japaner ihre Entscheidung aufgrund rechtlicher Grundlagen und unter Nutzung ihres Fachwissens getroffen hätten.

Angst vor weiteren Imageschaden in Fukushima

Regierungschefs aus der Präfektur Fukushima äußerten dagegen ihre Sorge darum, dass die lokale Meeresproduktion, die bereits nach der Kernschmelze einen massiven Umsatzrückgang zu beklagen hatte, in ihrem Ruf noch weiter geschädigt werden könnte.

Speziell die Fischereiindustrie sehe sich dem Risiko ausgesetzt, durch die einsetzende öffentliche Diskussion und Meinungsbildung weiter geschädigt zu werden. Es werden daher „Maßnahmen“ gefordert, damit die Bedenken und Sorgen der Menschen keinen weiteren Imageschaden verursachen können.

Die Bürgermeister von Okuma und Futaba forderten die Regierung
auf, hier mit „guten Beispiel“ voranzugehen. Man selber wolle „Im ganzen Land und auch im Ausland Informationen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse verbreiten“.

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