Anzeige
HomeNewsUmweltFleischersatz wird für Japans Fleischindustrie immer wichtiger

Vorbild Europa

Fleischersatz wird für Japans Fleischindustrie immer wichtiger

Japans Fleischindustrie ist erst spät auf die weltweite Welle der Fleischersatz-Produkte aufgesprungen, lange, nachdem die Welle über Europa und die USA gerollt ist.

Zwar steigt der Anteil dieser Produkte auch in Japan, aber die Industrie kämpft immer noch damit, ob sie auf diesen Zug aufspringen soll oder nicht, denn ihr Kernprodukt ist echtes Fleisch.

Einführung von Fleischersatz nicht immer so leicht

Laut NH Foods, einer der führenden Fleischverarbeiter in Japan ist einer der Gründe, wieso man so spät anfing, den Markt für Fleischersatz zu bedienen, Bedenken innerhalb des Unternehmens.

Bei einer firmeninternen Umfrage wurde die Kritik geäußert, dass so ein Produkt dazu führen könnte, dass die Verbraucher glauben, dass das Unternehmen gegen den Verzehr von Fleisch ist.

LESEN SIE AUCH:  Ikea baut seine vegetarischen Produkte in Japan aus

Nach 6 Monaten wurde die Umfrage noch einmal wiederholt, da es keine Bedenken mehr gab, fing NH Food an, Fleischersatz herzustellen.

Mittlerweile hat das Landwirtschaftsministerium ein Gremium eingerichtet, dass bei der Entwicklung unterstützen soll, damit Japan von dem neuen Trend profitieren kann.

Fleischersatz wurde in Japan zunächst von Lebensmittellieferanten und Restaurantkettenbetreibern vermarktet. Erst die führenden Fleischverarbeitern begannen mit der Vermarktung für den Heimgebrauch und durch die Pandemie ist die Nachfrage stark angestiegen.

Deutschland das beste Beispiel

Japan erlebt damit die gleiche Entwicklung wie Deutschland, wo es Fleischersatz-Produkte zwar schon lange gibt, aber die Beliebtheit auch erst anstieg, nachdem einige große Fleischverarbeiter damit begonnen haben, diese Produkte herzustellen.

Allen voran Rügenwalder Mühle, die mittlerweile ein sehr großes Angebot haben und Marktführer in Deutschland ist. 2020 verkaufte das Unternehmen zum ersten Mal mehr Fleischersatz als klassische Fleischwaren.

Japan ist zwar noch lange nicht so weit, aber es findet ein Umdenken statt, nicht nur bei den Verbrauchern. Ein Grund dafür ist der Tourismus, der zwar durch die Pandemie stillsteht, aber einer der wichtigsten wirtschaftlichen Pfeiler für das Land ist.

Immer mehr Touristen ernähren sich sehr bewusst und fleischfrei, das hat zur Folge, dass ein Land, in dem es so ein Angebot nicht gibt, als Reiseziel nicht so interessant ist und Japan hatte lange Zeit den Ruf, für Vegetarier und Veganer sehr schwierig zu sein.

Daher kündigte die japanische Regierung auch eine breite Förderung an, die allerdings durch die Pandemie noch nicht an Fahrt aufgenommen hat. Allerdings wird Fleischersatz zusätzlich als Mittel angesehen, die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren.

Interesse der Fleischindustrie wächst

Das Landwirtschaftsministerium hingehen gründete im Oktober 2020 ein Gremium für öffentlich-private Partnerschaften in der Lebensmitteltechnologie, um besser auf die Umstellung der weltweiten Lebensmittelindustrie auf neue Proteinquellen reagieren zu können.

Etwa 800 Personen von 400 Lebensmittelherstellern, Start-ups und Forschungsinstituten hatten sich bis April dieses Jahres dem Projekt angeschlossen.

Dabei geht es darum, die Entwicklung zu fordern, aber auch wie das Bewusstsein der Verbraucher auf diese Produkte gelenkt werden kann.

Das Interesse an diesem Gremium zeigt, dass Japan sich globalen Trends anpassen muss, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Zudem ist es auch für den Export wichtig, unter anderem der von Land-, Forst- und Fischereiprodukten sowie anderen Lebensmitteln. Die japanische Regierung plant, allein die Exporte in die EU bis 2030 auf 5 Billionen Yen zu steigern.

Fleischersatz entwickelt sich daher auch in Japan langsam aber sicher zu einem lohnenden Geschäft für die Fleischindustrie.

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen