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Zu teuer und zu wenige Ladestationen

Japan hinkt bei Elektrofahrzeugen der Welt hinterher

Elektrofahrzeuge werden immer beliebter und der Verkauf steigt, allerdings hinkt Japan der Welt hinterher. Im gesamten Land ist die Anzahl der Fahrzeuge gering, obwohl die Regierung bestrebt ist, Benzinfahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen.

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Dabei hat Japan ähnliche Probleme wie Deutschland, denn es fehlt an Ladestationen für die Autos. In Japan gibt es landesweit etwas mehr als 20.000 Ladestationen, was allerdings nicht ausreicht.

Elektrofahrzeuge finden nur schwer Zugang zu den Verbrauchern in Japan

Aber auch hohe Preise und einige funktionale Herausforderungen sorgen dafür, dass Elektrofahrzeuge in Japan nur schwer Zugang zu den Verbrauchern finden.

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Dennoch ist der Umstieg auf Elektrofahrzeuge notwendig, damit Japan sein Dekarbonisierungsziel erreicht, und die einheimischen Autohersteller bringen neue Benzin-freie-Modelle auf den Markt, um die Nachfrage anzukurbeln.

Japans Regierung hat kürzlich einen Plan ausgearbeitet, um den Verkauf von neuen Benzinfahrzeugen bis Mitte der 2030er-Jahre zu stoppen, was bedeutet, dass der Verkauf von neuen Fahrzeugen auf Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge sowie Hybridmodelle beschränkt wird.

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Als Reaktion auf die Aufforderung der Regierung wird die Nissan Motor Co. in diesem Sommer das Elektrofahrzeug Ariya auf den Markt bringen. Honda Motor Co. brachte im vergangenen Jahr sein erstes in Serie produziertes Elektrofahrzeug, den Honda e, auf den Markt, während Toyota Motor Corp. sein Mirai-Brennstoffzellenfahrzeug Ende letzten Jahres zum ersten Mal seit sechs Jahren vollständig überarbeitet hat.

Zu den Faktoren, die die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Japan behindern, gehören die Kosten und die Unannehmlichkeiten beim Aufladen. Die meisten dieser Modelle kosten selbst mit Subventionen mehr als 5 Millionen Yen und es dauert mehr als 30 Minuten, um ein Elektrofahrzeug vollständig aufzuladen, während die Reichweiten der Autos variieren können.

Für Brennstoffzellenfahrzeuge gibt es nur etwa 140 Wasserstofftankstellen im Land, verglichen mit 30.000 Tankstellen.

Japans Autohersteller versuchen es mit Hybridfahrzeugen

Angesichts dieser Umstände widmen die einheimischen Autohersteller ihre Anstrengungen der Entwicklung von Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeugen. Honda hat im vergangenen Jahr eine neue Hybridversion des Kleinwagens Fit auf den Markt gebracht, Mitsubishi Motors Corp. hat eine Plug-in-Hybridversion des kompakten SUV Eclipse Cross herausgebracht.

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Hybridfahrzeuge sind jedoch kein Allheilmittel für die Dekarbonisierung. Sie sind zwar kraftstoffsparend, aber keine Null-Emissions-Modelle.

Im Jahr 2020 lag der Absatz von Elektrofahrzeugen in Japan bei etwas weniger als 15.000 Einheiten, was weniger als 1 Prozent des gesamten Neuwagenabsatzes in dem Land ausmacht, verglichen mit etwa 7 Prozent in Deutschland und rund 5 Prozent in China.

„Eine Grundlage für die Förderung von Elektrofahrzeugen ist in Japan noch nicht vorhanden“, sagte ein Vertreter eines großen Automobilherstellers.

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