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Festhalten an Energie aus Kohle

Japan stellt sich erneut gegen ein schnelles Ende von Kohlekraftwerken

Japan hat sich erneut gegen ein schnelles Ende von Kohlekraftwerken gestellt. Bei Vorgesprächen der G-7-Länder lehnte das Land einen Entwurf für eine gemeinsame Erklärung ab, der die Abschaffung von Kohlekraftwerke bis 2030 fordert, um so die globale Erwärmung einzudämmen.

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Der Entwurf wurde bei einem Treffen der für Umwelt- und Energiefragen zuständigen Minister ausgearbeitet und soll Ende Mai veröffentlichen werden.

Abschaltung von Kohlekraftwerken bis 2030 unmöglich

Ein Sprecher des japanischen Wirtschaftsministeriums sagte: „Es wird für Japan nahezu unmöglich sein, dem zuzustimmen, zumal sich das Umfeld für die Energiesicherheit deutlich verschlechtert hat.“

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Strom aus Kohlekraftwerken machte 2020 rund 31 Prozent der gesamten Energieerzeugung in Japan aus. Die Abhängigkeit von diesen Kraftwerken ist besonders hoch, nachdem durch die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi die Atomkraft zum großen Teil zurückgefahren wurde. Zudem hat Japan es bisher verschlafen, auf erneuerbare Energiequellen umzustellen.

Die Energiegewinnung aus Kohle ist eine der Hauptquellen für Kohlendioxid-Emissionen. Japan hat, wie viele andere Länder, versprechen, ihren CO₂-Ausstoß bis 2050 auf null zu senken.

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Allerdings sieht der Energieplan des Landes, der 2021 verabschiedet wurde, vor, dass im Jahr 2030 immer noch 19 Prozent der gesamten Strommenge aus Kohle erzeugt wird.

Länder müssen handelt, um die Erderwärmung zu stoppen

Anfang dieses Monats erklärte der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in einem Bericht, dass die Treibhausgasemissionen bis 2025 gesenkt werden müssen, wenn der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur seit der Zeit vor der industriellen Revolution auf 1,5 Grad begrenzt werden soll.

Auch die Internationale Energieagentur veröffentlichte im vergangenen Jahr ihr eigenes Szenario für eine kohlenstofffreie Energieerzeugung im Jahr 2050, in dem sie die Industrieländer aufforderte, Kohlekraftwerke, die nicht mit Technologien zur Senkung der Kohlendioxidemissionen ausgestattet sind, bis 2030 schrittweise abzuschalten.

Anders als Japan sind die europäischen Länder, trotz des Krieges in der Ukraine, weiterhin entschlossen, alle ihre Kohlekraftwerke bis 2030 abzuschalten.

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