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Offshore-Windpark als großer Fehlschlag

Japan streicht Fukushimas millionenschweres Windkraftprojekt

Am Mittwoch hatte Japan bekannt gegeben, dass sie große Schritte in der Windkraft machen und nur in wenigen Jahren zur weltweiten Spitze der Produktion gehören wollen. Daraufhin folgte am Donnerstag etwas Ernüchterung. Die Regierung will nämlich das Windkraftprojekt in der Präfektur Fukushima komplett streichen.

Bei einem Treffen in Fukushima informierte das Industrieministerium die Teilnehmer der Sitzung über die Entscheidung der Regierung, dass die beiden letzten Windkraftanlagen des Offshores Projekts in Naraha endgültig eingestellt werden. Im Juni wurde bereits die erste Turbine der Anlage abgebaut. Die anderen zwei sollen nun im kommenden Geschäftsjahr verschwinden.

Windkraftprojekt wird zum Fehlschlag

Eigentlich war das Projekt mit dem Namen Fukushima FORWARD nach der nuklearen Katastrophe in der Region als umweltfreundliches Vorbild der Energiegewinnung und als Zeichen des Wiederaufbaus gedacht. 2012 hatte die Regierung mit dem Bau von drei Turbinen begonnen, wobei eine die weltweit größte werden sollte.

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Schnell zeigten die Testläufe jedoch, dass bei Weitem nicht so viel Energie produziert wird wie erhofft. Um kommerziell brauchbar zu sein, muss eine Turbine eine Betriebsrate von mindestens 30 Prozent erreichen. Die Windkraftanlage kam jedoch nur auf vier bis 36 Prozent.

Japan will Windkraft trotzdem weiter fördern

Am Ende war das so hoffnungsvolle Projekt ein kompletter Fehlschlag, der Japan mehr als 475 Millionen Euro kostete. Das sei auch der Grund gewesen, nun die Notbremse zu ziehen. Laut dem Ministerium würde die Bevölkerung der Regierung mit dem Projekt Verschwendung von Steuergeld vorwerfen. Sie wollen nun genau untersuchen, wie das Projekt so fatal scheitern konnte.

Viele zeigen sich trotzdem überrascht von der Entscheidung, so kurz nach der Ankündigung zur Förderung Windkraft im Land. Bis 2040 will Japan seine Stromproduktion durch Windkraft von den jetzigen 20.000 Kilowatt auf 45 Gigawatt erhöhen. Sie wollen damit einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten und das Ziel des Premierminister vorantreiben, der bis 2050 Japan komplett CO2-neutral machen will. Ob ein neues Projekt für Fukushima geplant ist, wurde bisher nicht bestätigt.

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