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HomeNewsUmweltJapanische Inselgruppe soll Weltnaturerbe werden

Die Inseln beherbergen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten

Japanische Inselgruppe soll Weltnaturerbe werden

Das UNESCO-Welterbe zeichnet auch besondere Landschaften und Gebiete aus. In Japan gibt es bereits vier solcher Stätten, eine Fünfte soll in diesem Sommer folgen.

Dabei handelt es sich um eine entlegene Inselgruppe im Südwesten Japans mit extrem seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Viele seltene Tier- und Pflanzenarten auf Inselgruppe

Ein beratendes Gremium der UNESCO, die International Union for Conservation of Nature, hat empfohlen die Inseln Amami-Oshima und Tokunoshima in der Präfektur Kagoshima, den nördlichen Teil der Hauptinsel der Präfektur Okinawa und die Insel Iriomotejima in die Liste des Weltnaturerbes aufzunehmen. Das gab die japanische Regierung am 10. Mai bekannt.

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Ihre Aufnahme in die Liste soll während einer Online-Sitzung des UNESCO-Welterbe-Komitees, die am 16. Juli beginnen soll, offiziell bekannt gegeben.

Die subtropischen Inseln verfügen über eine reiche Artenvielfalt und beherbergen 95 weltweit seltene, einheimische Spezies. Aus dem Grund wurde sich auch von als ein Weltnaturerbe nominiert. Sie allerdings wohl Japans letzte natürliche Welterbestätte sein.

Zu den einzigartigen Arten gehört unter anderen das Amami-Kaninchen, das von der Zentralregierung als besonderer Naturschatz bezeichnet wird. Es bewohnt nur die Inseln Amami-Oshima und Tokunoshima. Das Kaninchen wurde als eine evolutionär unterschiedliche und global gefährdete (EDGE) Art identifiziert.

Tourismus soll eingeschränkt werden

Eine einheimische Art der Viola-Pflanze wächst hingegen nur in der Nähe eines Gebirgsbachs, während der Amami-Häher, eine weitere einheimische Art mit tiefem, violettblauem und kastanienfarbenem Gefieder, auf den Bäumen der Insel Amami-Oshima hockt.

Die Inseln haben ganz besondere Landschaften und Tierwelten
Die Inseln haben ganz besondere Landschaften und Tierwelten. Bild: kyodo

„Amami-Oshima ist ein Lebensraum für viele weltweit seltene Tiere und Pflanzen“, sagt Mamoru Tsuneda, ein auf der Insel ansässiger Naturfotograf. „Die Insel ist eine natürliche Fundgrube der Welt.“

Die Iriomote-Katze, ebenfalls ein besonderer Naturschatz und eine EDGE-Art, bewohnt nur die Insel Iriomotejima, auf der auch der Schopfschlangenadler, ebenfalls ein besonderer Naturschatz, beheimatet ist.

Da jedoch in einem normalen Jahr etwa 300.000 Besucher auf die Insel kommen, planen die örtlichen Behörden die Zahl der Touristen zu begrenzen, um die lokale Ökologie zu erhalten. „Wir wollen die Natur unserer Insel weise nutzen und sie schützen“, sagte Takafusa Morimoto, ein erfahrener Naturführer, der auf Iriomotejima lebt.

Letztes Naturerbe auf Japans Liste

Die Regierung nominierte die Inseln erstmals 2017 für die Liste. Im Jahr 2018 schlug die IUCN jedoch vor, die Eintragung zu verschieben und forderte eine umfassende Überarbeitung des Nominierungsplans.

Insbesondere bemängelte die IUCN den Ausschluss eines riesigen Waldes aus dem für das Welterbe nominierten Gebiet. Der Wald, der von der Okinawa-Ralle und vielen anderen gefährdeten Arten bewohnt wird, wurde an Japan zurückgegeben, nachdem er vom US-Militär als Übungsgelände genutzt worden war.

Basierend auf der Empfehlung der IUCN hat das Umweltministerium etwa 90 Prozent des zurückgegebenen Landes in den Yambaru-Nationalpark eingegliedert, um die Arten zu schützen. Daraufhin hat die Regierung die Inseln im Jahr 2019 erneut nominiert.

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