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HomeNachrichten aus JapanUmweltJapanischer Wetterdienst sagt drittkleinste arktische Meereisfläche seit Aufzeichnungsbeginn voraus

Eis schrumpft immer mehr

Japanischer Wetterdienst sagt drittkleinste arktische Meereisfläche seit Aufzeichnungsbeginn voraus

Auf der Erde wird es immer heißer, was verheerende Auswirkungen auf die Natur hat. Das japanische Unternehmen Weathernews Inc. hat dazu schlechte Neuigkeiten. Die Meereisfläche in der Arktis ist dieses Jahr wieder extrem klein.

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In der diesjährigen Prognose für die Eistrends im Arktischen Ozean 2021 sehen die Zahlen gar nicht gut aus. Laut dem Weathernews Inc. Global Ice Center wird die Nördliche Seeroute (NSR) sich voraussichtlich ab Mitte August auf der sibirischen Seite (Nordostpassage) und ab Anfang September auf der kanadischen Seite (Nordwest-Passage) öffnen.

Seewege bleiben länger offen

Besorgniserregend ist, dass die Routen wegen der globalen Erwärmung länger offenbleiben als üblich. Es wird erwartet, dass sie dieses Jahr für zwei Monate offen bleibt. Die NSR auf der sibirischen Seite bleibt demnach voraussichtlich bis Anfang Oktober geöffnet. Letztes Jahr waren es 88 Tage, der längste bisher gemessenen Zeitraum.

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Während in Japan bereits die Mehrheit der Gemeinden die Auswirkung der steigenden Temperaturen bemerkt, sieht es in den kalten Regionen noch schlimmer aus.

38 Grad Celsius in Sibirien

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Die Klimaerwärmung schreitet in der Arktis stärker voran und die Temperaturen steigen dreimal so schnell wie der globale Durchschnitt. In letztem Jahr wurden bereits rekordverdächtig hohe Temperaturen gemessen. In Werchojansk in Nordsibirien wurden 38 Grad Celsius registriert, der höchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn.

Durch die hohen Temperaturen schmilzt mehr Eis, womit die Seewege länger offen bleiben. Während das die Reisewege reduziert und Kosten senkt, ist es für die Natur eine verheerende Entwicklung.

Weathernews erwartet zusätzlich, dass die Eisfläche des arktischen Meeres dieses Jahr die drittkleinste seit dem Aufzeichnungsbeginn 1979 ist. Letztes Jahr wurde bereits die zweitkleinste Fläche gemessen. In den Wintermonaten Februar bis März erreicht die Meereisfläche ihren Höhepunkt. Der Tiefpunkt liegt im Sommermonat September.

Arktisches Meereis schmilzt langsam, aber trotzdem kontinuierlich

Am 10. März dieses Jahres erreichte das Eis mit 14,2 Millionen Quadratkilometern den Höhepunkt. Wegen der hohen Temperaturen hatte die Fläche am 4. Juli nur noch eine Größe von 8,5 Millionen Quadratkilometern. Es wird erwartet, dass das Eis bis Mitte September auf 3,74 Millionen Quadratkilometer schrumpft.

Besonders die eisbedeckten Gebiete an der NSR nehmen ab, da sich die offenen Wasserflächen entlang der sibirischen und alaskischen Küste ausdehnen. Allerdings nehmen die Eisflächen in der Region nicht so schnell ab wie letztes Jahr, trotzdem schmelzen sie in einem schnellen Tempo, wie des Mikro-Satellit WNISAT-1R von Weathernews zeigt.

Der Dienst wird weiterhin das Eis beobachten, um nicht nur Schiffen eine sichere Navigation zu ermöglichen, sondern auch um die Auswirkungen des Klimawandels zu beobachten.

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