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Umweltfreundlichkeit, die keine ist

Japans ambitioniertes Wasserstoff-Projekt ist eigentlich eine Mogelpackung

Japan will 2050 klimaneutral sein und setzt daher auf ein Wasserstoff-Projekt, das zwar umweltfreundlicher sein soll, aber auch sehr umstritten ist.

Die Wasserstoff-Energieversorgungskette (Hydrogen Energy Supply Chain kurz HESC) ist ein gemeinsames Projekt von Japan und Australien, dessen Ziel es ist, reichlich und erschwinglichen Kraftstoff für Japan zu produzieren.

Warum eigentlich gerade Wasserstoff?

Japan hat nur wenig Ressourcen an fossilen Brennstoffen und ist stark abhängig von Importen, insbesondere Kohle und Flüssiggas.

Da der Ausbau von erneuerbaren Energien auf großen Widerstand stößt, versucht das Land alternative Brennstoffe zu finden. Daher hat Japan massiv in Wasserstoff investiert und experimentiert an verschiedenen Stellen, wie Wohngebäuden, Autos und Kraftwerken mit dem Einsatz.

Außerdem wird es auch im Land produziert, allerdings ist die Produktionsmenge begrenzt und sehr teuer.

Was ist HESC?

HESC ist ein Projekt, mit dem herausgefunden werden soll, ob sich Japan dauerhaft mit Wasserstoff aus Australien versorgen kann, das für die Stromgewinnung genutzt wird.

Der Wasserstoff wird im australischen Bundesstaat Victoria produziert und verflüssigt, wo er aus Braunkohle gewonnen wird.

Für diese Braunkohle gibt es derzeit praktisch keinen Markt, was sie für Japan zu einer potenziell attraktiven, billigeren Alternative zur heimischen Wasserstoffproduktion macht, trotz der zusätzlichen Kosten für die Beförderung über 9.000 Kilometer auf dem Seeweg.

Ab dem nächsten Jahr wird ein Standort auf einer künstlichen Insel in der Nähe von Kobe ein Terminal errichtet, ein in Japan gebautes Schiff namens Suiso Frontier, wird den Wasserstoff transportieren.

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Wenn die Tests bis 2022 oder 2023 erfolgreich verlaufen, wird das Projekt verlängert und geht nach 2030 in eine kommerzielle Phase über. Dann wird ein neues Terminal in Japan gebaut, zusammen mit größeren Schiffen.

Warum gibt es Kritik?

Alleine beim Transport muss Wasserstoff auf minus 253 Grad Celsius gekühlt werden, was sehr viel Energie verbraucht.

Außerdem ist die Produktion nicht sehr umweltfreundlich, denn für jede Tonne aus Kohle erzeugtem Wasserstoff emittiert 20 Tonnen Kohlendioxid, doppelt so viel wie bei der Produktion von Wasserstoff aus Erdgas.

Und Umweltschützer sind zutiefst skeptisch, sie befürchten eine Situation, in der Kohle-Wasserstoff nur ohne Kohlenstoffabscheidung kommerziell nutzbar gemacht werden kann. Doch immer mehr Unternehmen interessieren sich nicht für die Auswirkungen auf das Klima.

Außerdem gibt es Kritik aus der Wirtschaft, darunter Shigeru Muraki, ein leitender Angestellter der Tokyo Gas Co., der stattdessen Investitionen in Ammoniakbrennstoff befürwortet.

„Selbst mit Methoden der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung kann er nicht als grüner Wasserstoff betrachtet werden“, so Muraki.

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