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Präfekturen lockern Abwasserbestimmungen

Japans Binnenseen sind zu sauber

In Japans Binnenseen sterben immer mehr Muscheln, was daran zu liegen scheint, dass sie zu sauber sind. Auch Algenfarmen geraten dadurch in Schwierigkeiten.

Muscheln ernähren sich von Kieselalgen und anderen Arten von Plankton, ein Faktor für das Sterben könnte die geringe Konzentration von Nährstoffen sein, die für das Plankton notwendig ist. Darunter Stickstoff und Phosphor, das zum Beispiel in Industrieabwässer enthalten ist.

Binnenseen erst zu dreckig, nun zu sauber

Die Fischereiindustrie wurde durch große Mengen Industrieabwässer, die in die Binnenseen geleitet wurden, zwischen 1955 und 1973 schwer geschädigt. Allerdings wurden Maßnahmen ergriffen, um diese Umweltverschmutzung einzudämmen.

Doch nun sind die Gewässer zu sauber, wie eine Statistik der Fischereiverwaltung der Präfektur Aichi zeigt.

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In der Mikawa Bay wurden 2013 16.063 Tonnen Muscheln gefangen, im Jahr 2017 waren es nur noch 1.635 Tonnen.

Versuche, junge Muscheln aufzuziehen und dann im Binnensee auszusetzen, sind laut der Fischereigenossenschaft nicht erfolgreich, da sie schnell sterben.

Da die Binnenseen kein Wasser aus dem offenen Meer bekommen, führt dies zu einem Nährstoffmangel.

Als Folge der Umweltverschmutzung durch Industrieabwasser wurden Vorschriften erlassen, die die Menge des Abwassers begrenzt.

Vorschriften für Abwasser gelockert

Nachdem die Fangmenge der Muschel aus der Mikawa Bay drastisch eingebrochen waren, reagierte die Präfektur Aichi und lockerte die Vorschriften für die Nährstoffkonzentration in Abwasser.

Obwohl die vorgeschriebene Konzentration normalerweise 0,3 bis 0,4 Milligramm pro Liter beträgt, wurde sie im Herbst und Winter, wenn die Nährstoffkonzentration tendenziell sinkt, auf 1 Milligramm pro Liter angehoben, was innerhalb der von der japanischen Regierung festgelegten Standards liegt.

Durch diese Maßnahme erholten sich die Fangmengen 2019 wieder und erreichten 3.880 Tonnen.

Die Stadt Omuta hatte als Erstes die Vorschriften gelockert. Die Stadt liegt am See Ariake, wo die Fangmengen ebenfalls eingebrochen sind.

Nach Angaben des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus, haben 22 Gemeinden 2019 die Abwasservorschriften gelockert, auch für Algenfarmen.

Im Januar wurde ein Gremium eingerichtet, dass effektive Maßnahmen erarbeiten soll, um den Nährstoffgehalt in Japans Binnengewässern zu verbessern.

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