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Klares Nein zur Atomenergie

Japans ehemalige Premierminister fordern die EU zum Verzicht von Atomkraft auf

Die ehemaligen japanischen Premierminister Junichiro Koizumi und Naoto Kan forderten die EU am Donnerstag dazu auf, auf Atomkraft zu verzichten und reagierten damit auf den Plan der Europäischen Union, Atomenergie als grüne Energie einzustufen.

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Kan und Koizumi haben während ihrer Amtszeit Atomenergie befürwortet, doch seit der Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 sind beide zu prominenten Stimmen gegen die Kernenergie in Japan geworden. Kan war Premierminister, als sich die Katastrophe ereignete.

Premierminister sprechen sich deutlich gegen Atomkraft aus

„Als Ergebnis des Atomunfalls im Kraftwerk Fukushima Daiichi im Jahr 2011 haben wir gelernt, dass Atomkraft keine sichere, billige und saubere Energie ist“, so Koizumi, auf einer Pressekonferenz im Foreign Correspondents‘ Club of Japan. „Selbst, wenn wir uns nicht auf die Kernenergie verlassen und keine fossilen Brennstoffe verwenden, gibt es genügend erneuerbare Energien, um den benötigten Strom zu liefern. Das gilt sowohl für Japan als auch für andere Länder der Welt.“

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„Zum Zeitpunkt des Unfalls in Fukushima waren sogar die Bewohner Tokyos kurz davor, evakuiert werden zu müssen. Wenn sich ein solcher Unfall in Frankreich ereignen würde, müssten die Einwohner von Paris für 50 oder sogar 100 Jahre evakuiert werden“, sagte Kan.

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Die EU plant, Atomkraft und Gas als nachhaltige Energiequellen einzustufen, da nach einer Schätzung der EU-Kommission der klimafreundliche Umbau der Wirtschaft den Bedarf an Elektrizität kräftig steigen lassen wird.

Der Plan stößt auch bei einigen Mitgliedsländern auf Ablehnung, allen voran Deutschland, Österreich und Spanien. In Deutschland spricht sich unter anderem der neue Wirtschaftsminister Robert Habeck dagegen aus und fordert einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien. Frankreich ist ein Befürworter der EU-Pläne, da das Land auf Atomenergie setzt.

Hoffen auf Meinungsänderung bei Befürwortern

In Anbetracht der Situation in Frankreich, das in hohem Maße auf die Kernenergie als Grundlastquelle angewiesen ist, wies Koizumi darauf hin, dass Deutschland aus der Kernenergie aussteigt und Japan seine Abhängigkeit von der Atomenergie verringert.

„Ich hoffe, dass dies dazu beitragen wird, die politischen Entscheidungsträger in Frankreich und anderen Ländern, die auf Atomkraft setzen, umzustimmen. Japan muss erneuerbare Technologien anstelle von Kernkrafttechnologien in die Entwicklungsländer exportieren, denn viele dieser Länder sind mit natürlichen Ressourcen gesegnet“, so Koizumi.

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