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Eine kleine Gebühr bringt nicht viel

Japans Gebühr für Plastiktüten ist nur ein kleiner Schritt

Seit einem Jahr gibt es in Japan eine kleine Gebühr für Plastiktüten in den Geschäften und laut des Umweltministeriums kaufen rund 72 Prozent der Kunden keine mehr.

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Es muss allerdings viel mehr getan werden, damit Japan es schafft, den gesamten Plastikmüll – etwa 9 Millionen Tonnen jährlich – zu reduzieren. Plastiktüten machen davon gerade mal 10 Prozent aus.

Plastiktüten nur ein kleines Problem

Japan hat den zweithöchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Einwegplastikprodukten in der Welt, es gibt also deutlich mehr zu tun, als eine Gebühr für Plastiktüten zu verlangen. Plastikmüll ist weltweit ein sehr großes Problem, aktuellen Schätzungen nach wird die Menge dieses Mülls in den Ozeanen 2050 größer sein, als die Menge an Fischen.

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Doch so einfach entsorgen kann man den Plastikmüll nicht, das Verbrennen erzeugt Kohlendioxid-Emissionen, das zur Erderwärmung beiträgt und der Platz auf den Mülldeponien wird immer weniger.

Verbrauch soll stark reduziert werden

2019 kündigte die japanische Regierung daher eine Strategie zur Förderung von Kunststoffrecycling an, mit dem Ziel den Verbrauch von Einwegplastikprodukten um 25 Prozent zu reduzieren. Bis 2030 sollen 60 Prozent der Kunstverpackungen wiederverwertet werden. Im Juni verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Förderung des Recyclings von Plastik. Das Gesetz fordert Unternehmen dazu auf, Gebühren für Einwegplastikprodukte zu erheben und auf die Verwendung alternativer Materialien umzustellen.

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Da das Gesetz bereits im nächsten Frühjahr in Kraft treten soll, stellt die japanische Regierung eine Liste von Produkten zusammen, die erfasst werden sollen, wie unter anderem Einwegplastikstrohhalme, Gabeln und Kleiderbügel. Dafür sollen die Erkenntnisse aus der Gebühr für Plastiktüten genutzt werden, um Maßnahmen auszuarbeiten und so den Verbrauch zu reduzieren.

Verbraucher kann man nicht einfach umgewöhnen

Aber so einfach ist das gar nicht, denn auch wenn die Gebühr als eine Art Sieg gefeiert wird, kann man den Verbraucher nicht einfach etwas abgewöhnen. Laut Studien hat der Verkauf von Plastiktüten nämlich zugenommen, abgenommen hat die Menge der Tüten, die bei Lieferungen von Geschäften genutzt werden.

Der Verbrauch von Einweg-Plastikbehältern und -verpackungen soll auch aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Hauslieferdiensten infolge der neuen Coronavirus-Pandemie zugenommen haben. Die japanische Regierung muss also deutlich mehr tun, um den Plastikmüll zu reduzieren. Eine einfache Gebühr wird nicht ausreichen, denn ein paar Cent sind viele Verbraucher bereit, zu zahlen.

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