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Forderung nach mehr Frühwarnsystemen

Japans Schlüsselrolle im internationalen Katastrophenschutz

Naturkatastrophen und Extremwettereignisse nehmen im Zuge des Klimawandels immer mehr zu. Beim Versuch, Schäden zu minimieren und Schutzmaßnahmen aufzubauen, soll Japan in den nächsten Jahren eine Schlüsselrolle einnehmen.

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Denn kaum eine andere Industrienation hat so oft mit schweren Naturkatastrophen zu kämpfen wie Japan. Erdbeben und Taifune treten so regelmäßig auf, dass schon Grundschüler lernen, wie man sich im Katastrophenfall zu verhalten hat.

Vereinte Nationen fordern mehr Katastrophenschutz statt Hilfe im Nachhinein

So ist es auch nur folgerichtig, dass in Japan konstant an neuen Warnsystemen geforscht und Maßnahmen erprobt werden, um durch richtiges Handeln größere Schäden von vornherein zu verhindern. Rechtzeitige Warnungen sorgen dafür, dass im Ernstfall weniger Opfer zu beklagen sind.

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Die Kenntnisse und Erfahrungen Japans im Umgang mit Naturkatastrophen soll in den nächsten Jahren vermehrt anderen Nationen zugutekommen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Japanerin Mami Mizutori, die Vorsitzende des United Nations Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR – Büro zur Verringerung der Risiken durch Katastrophen der Vereinten Nationen).

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Im Interview mit der Nachrichtenagentur Kyodo sprach Mizutori über den Stand des Katastrophenschutzes weltweit und die Schlüsselrolle, die ihrem Land zukommt. Denn während zwar viele Nationen Gelder zur Behebung von Katastrophenschäden bereitstellen, investieren nur wenige in Warnsysteme.

Japan gehört jedoch zu ihnen und investiert in Projekte, die Frühwarnsysteme in Entwicklungsländern aufbauen. Gerade einmal vier Prozent der globalen Entwicklungshilfe mit Katastrophenbezug werde für solche Projekte laut Daten des UNDRR ausgegeben. Die restlichen 96 Prozent fließen in den Wiederaufbau und kurzfristige Hilfen nach dem Eintreten von Unglücken.

Jedoch haben sich die wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen in den letzten zwanzig Jahren verdreifacht – die Zahl der Ereignisse selbst aber nur verdoppelt. Das bedeutet: nicht nur treten die Unglücke öfter auf, sie richten auch immer stärkere Schäden an. Forschende bringen das mit den Auswirkungen des Klimawandels in Verbindung.

Frühwarnsysteme und ein guter Informationsfluss im Katastrophenfall sollten darum nach Ansicht des UNDRR das Mittel der Wahl sein, um Schäden und Opferzahlen von vornherein gering zu halten. Mizutori setzt sich dafür ein, dass mehr Länder Mittel für die Forschung und den Aufbau entsprechender Systeme zur Verfügung stellen.

Corona-Pandemie hat vielen die Augen geöffnet

Aktuell besitzen ungefähr die Hälfte der Länder weltweit entsprechende Warnsysteme unterschiedlicher Ausprägung. Unter den Inselstaaten, die am stärksten von steigendem Meeresspiegel und stärkeren Unwettern bedroht sind, sind es sogar nur 30 Prozent.

Bis 2027, so der Plan des UNDRR, soll diese Lücke geschlossen werden. Dann soll jedes Land der Welt die Möglichkeit haben, Naturkatastrophen besser vorherzusagen, ihre Auftreten schnell zu erkennen und die Bevölkerung effektiv zu informieren.

Tatsächlich existieren die Richtlinien, in denen das Ziel verankert ist, schon seit 2015. Doch an ihrer Umsetzung gab es vonseiten der finanzstärkeren Staaten wenig Interesse. Doch nun hat sich die Stimmung geändert, glaubt Mizutori.

Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Denn auch die Gefahren globaler Virus-Pandemien sind in den Richtlinien des UNDRR enthalten. Beachtet wurden sie kaum, bis 2020 schließlich genau eine solche Situation eintrat.

„Die Menschen haben gesehen, was passiert, wenn nicht genug für die Prävention getan wird, wenn eine Gefahr sie unvorbereitet trifft und zu einer großen Katastrophe wird“, sagt Mizutori. Japan wird darum weiterhin alles daran setzen, Katastrophenschutz zu einem globalen Thema zu machen.

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