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Statt 18 Loch jetzt Gigawatt

Ländliche Golfplätze in Japan werden zu Solarparks

In Japan gibt es einige Golfplätze in den ländlichen Regionen, die allerdings aus der Mode gekommen sind. Mittlerweile erleben viele dieser Plätze ein Comeback, allerdings als Solarparks.

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Als Beispiel dient ein Golfplatz in Kamigori, der von Isao Aoki, einem ehemaligen Golfprofi, entworfen wurde.

Viele Golfplätze in Japan werden stillgelegt

Dem Platz erging es so wie vielen anderen Golfplätze, es kamen kaum noch Spieler, um die Fläche wirtschaftliche betreiben zu können.

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Laut der Vereinigung von Golfplatzbetreibern gab es 2002 2.460 Plätze, 2019 waren es nur noch 2.227. Pro Jahr werden ca. 13 Plätze in Japan stillgelegt.

Die Anlage in Kamigori beherbergt nun rund 260.000 Solarzellen und erzeugt ungefähr 125 Gigawattstunden, was ausreicht, um den Energieverbrauch von 29.000 Haushalten für ein Jahr zu decken.

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Die Energie wird über einen Zeitraum von 20 Jahren im Rahmen des staatlichen Einspeisetarifsystems für saubere Energie an die Kansai Electric Power Co. verkauft. Experten erwarten, dass dadurch 50.000 Tonnen Treibhausgase pro Jahr eingespart werden.

Der stillgelegte Golfplatz wurde 1990 während des Wirtschaftsbooms in Japan eröffnet. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde die Anlage 2017 endgültig geschlossen. Nach Angaben von Tokyo Shoko Research Ltd. hatte der Betreiber mit schleppenden Einnahmen und einem schwindenden Kundenstamm zu kämpfen.

Perfekter Ort für ein Solarkraftwerk

Für den Stromversorger Pacifico Energy, der landesweit insgesamt 1,4 Gigawatt Strom aus Sonnenenergie produziert, ist das Gelände ein idealer Ort für einen neuen Solarpark.

Um Mega-Solarparks auf Bergen zu bauen, müssen Bäume gefällt und der Boden eingeebnet werden. Außerdem müssen Rückhaltebecken für Überschwemmungen angelegt werden, um zu verhindern, dass sintflutartige Regenfälle Erdrutsche auslösen.

Dies erfordert enorme Investitionen, aber Golfplätze erfüllen fast alle Voraussetzungen und auch ohne umfangreiche Renovierungsarbeiten können die Betreiber Gewinne erzielen, selbst wenn der erzeugte Strom zu relativ niedrigen Preisen gehandelt wird.

Bevölkerung zu überzeugen, ist nicht immer ganz einfach

Allerdings gibt es ein anderes Problem, das deutlich schwieriger zu lösen ist, die Akzeptanz in der Bevölkerung.

Zwar wird Umweltschutz für viele Menschen immer wichtiger, aber nur, wenn es keinen direkten Einfluss auf die eigene Umgebung hat.

Stromerzeuger haben oft Probleme, die Zustimmung der Anwohner für neue Anlagen zu gewinnen. Die Anwohner können Klagen einreichen, um den Bau von Solarfarmen zu verhindern, was viele auch tun.

Pacifico Energy organisierte zehn Informationsveranstaltungen im Stil eines Rathauses für Nachbarschaftsverbände, um ihr Solarprojekt zu erläutern und sie über den Baufortschritt zu informieren.

Die Umwandlung bereits erschlossener Golfplätze in Mega-Solarkraftwerke wird von den Bauunternehmern als einfacher Weg angesehen, einen lokalen Konsens für diese Großprojekte zu finden.

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