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Das Pflanzenwachstum bedroht die Höhle

LED-Lampen sorgen in der Akiyoshido-Kalksteinhöhle für ein grünes Problem

In Yamaguchi befindet sich die Akiyoshido-Kalksteinhöhle, eine der größten Kalksteinhöhlen Japans. Um die dortigen Naturformationen noch mehr in Szene zu setzen, wurden überall in der Höhle LED-Leuchten installiert. Das Problem: ihr Licht lässt Algen wachsen, die die milchig weißen Stalaktiten grün färben.

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Sogar die berühmte Kogane Bashira (goldene Säule), eine gut 15 Meter hohe Kalkformation, die im Laufe der Jahrtausende durch herunter tropfendes kalkhaltiges Grundwasser entstanden ist, hat inzwischen an vielen Stellen eine grünliche Färbung angenommen.

Mit dem Licht kamen die Pflanzen in die Höhle

Die Akiyoshido-Kalksteinhöhle wurde Anfang 1900 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie ist insgesamt elf Kilometer lang, aber nur ein Abschnitt von gut einem Kilometer Länge kann besichtigt werden.

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1925 wurden an 40 Stellen elektrische Lampen installiert, was nach offiziellen Angaben erstmals zu unerwünschtem Pflanzenwachstum innerhalb der Höhle führt.

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Als man 1960 die Zahl der Lichter noch einmal auf 143 erhöhte, überwucherten Moose und Farne die Anlage.

Man dimmte das Licht und und spülte die blütenlosen Pflanzen mit Wasser weg, aber keine der Maßnahmen half wirklich gegen das unerwünschte Pflanzenwachstum.

LED-Lampen sollten die Lösung sein

Als man LED-Lampen in der Höhle einführte, ging man davon aus, dass sie im Gegensatz zu Glüh-, Quecksilber- und Leuchtstofflampen die Temperaturen in der Umgebung kaum erhöhen würden und die Photosynthese so unterdrückt würde.

Die Stadtverwaltung von Mine investierte 170 Millionen Yen (etwa 1,19 Millionen Euro) in die neue Beleuchtung der Höhle. Zwischen 2010 und 2011 wurden alle Lampen durch LEDs ersetzt.

Alte und neue Probleme

Mit dem Einbau der LEDs verschwanden langsam die Farne und Moose, aber das war noch lange nicht das Ende vom Lied. Mit den neuen LED-Lampen kamen auch die Bakterien und Grünalgen.

Takashi Murakami, ein Experte für den Schutz von Kulturgütern, der für das Bildungsministerium der Stadt Mine tätig ist, erklärte diesbezüglich:

„Selbst wenn die Beleuchtung geändert wird, führt dies nur zu einer Zunahme der Vegetation anderer Pflanzen, die sich an eine neue Umgebung anpassen können.“

Auf der Suche nach wirksamen Gegenmaßnahmen

Das Bildungsministerium hat vor ein paar Jahren ein Expertengremium ins Leben gerufen, das die gesamte Höhlenumgebung sowie das starke Algenwachstum genauer untersuchen sollte. Die diesbezüglichen Studien laufen seit 2019.

Auf der Grundlage der im März erarbeiteten Empfehlungen werden die zuständigen Behörden ab diesem Herbst nach Möglichkeiten suchen, die Höhle so weit wie möglich in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.

Weder die Stalaktiten noch das Grundwassersystems oder die in der Höhle lebenden Lebewesen sollen dabei auf irgendeine Weise zu Schaden kommen. Um dies zu bewerkstelligen, sollen unterschiedliche Maßnahmen erprobt werden.

Die Helligkeit der Beleuchtung soll verringert, die Beleuchtungsrichtung angepasst sowie Sensoren zur Verkürzung der Beleuchtungszeit installiert werden. Außerdem wird eine direkte Entfernung der Algen mithilfe einer Natriumhypochloritlösung in Betracht gezogen.

Alle Maßnahmen, die sich tatsächlich als wirksam erweisen, sollen Ende des Jahres 2023 in neuen Leitlinien festgehalten werden.

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