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HomeNachrichten aus JapanUmweltStrohhalme aus japanischer Gerste sollen Plastik-Versionen ersetzten

Unternehmen in Fukui bietet umweltfreundliche Trinkhalme aus natürlichen Rohstoffen an

Strohhalme aus japanischer Gerste sollen Plastik-Versionen ersetzten

Der Omugi Club (大麦, oomugi jp. für Gerste), ein Unternehmen, das sich auf den Vertrieb von Mehl, Malz und anderen Gerstenprodukte spezialisiert hat, bietet nun auch umweltfreundliche Trinkhalme an, die aus Gerstenstängeln hergestellt werden.

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Alleine im letzten Jahr wurden ca. 300.000 dieser plastikfreien, im wahrsten und eigentlichen Sinne des Wortes „Strohhalme“ verkauft, die ab einer Mindestmenge von 10 Stück zu 330 Yen angeboten werden.

Gersten-Strohhalme für Spenden an die Präfektur Fukui

Auch in Japan ist sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik das Bewusstsein für die Probleme der Umwelt- und insbesondere Meeresverschmutzung durch Plastikmüll gestiegen.

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Gastronomie und andere Branchen versuchen inzwischen, letztlich auch durch den zunehmenden Druck gesetzlicher Vorgaben (wie zum Beispiel das seit April 2022 in Kraft getretene „Gesetz zur Förderung des Recyclings von Kunststoffressourcen“), die Menge des anfallenden Plastikmülls in Japan zu reduzieren.

Die Trinkhalme des Omugi Clubs bieten eine Möglichkeit dafür. Diese werden nicht nur in Restaurants und Geschäften rund in der Präfektur Fukui angeboten, sondern auch als Gegenleistung für Spenden an die Stadt Fukui im Rahmen des „furusato nozei“-Programms (freiwillige Spenden an Kommunalverwaltungen, die mit Steuervergünstigungen und Geschenken honoriert werden) verteilt.

Fuzoroi, ein landesweites Strohhalm-Projekt

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Die Gerstenhalme, die normalerweise vernichtet würden, werden von den Mitarbeitern des Omugi-Clubs von Hand von einer extra dafür bereitgestellten Parzelle einer zur Gemeinde gehörenden landwirtschaftlichen Genossenschaft geerntet.

Die geernteten Pflanzen werden getrocknet, Ähren, Wurzeln und Knoten werden entfernt, dann werden diese in ca. 20 cm lange Stücke geschnitten, bevor sie sterilisiert und verpackt werden.

Um diese und andere ähnliche Produkte landesweit zu vertreiben, wurde gemeinsam mit anderen Gruppen und Firmen das „Fuzoroi-Strohprojekt“ gegründet, eine Plattform, auf der sich die Produzenten von natürlichen Trinkhalmen über die Herstellung und Produktion umweltfreundlicher Trinkhalme austauschen wollen

Nach einer Schätzung des Handelsministeriums wurden alleine im Jahre 2020 in Japan 13 bis 17,3 Milliarden Trinkhalme aus Plastik hergestellt und in Umlauf gebracht.

Wenn noch mehr Firmen, (wie zum Beispiel vor kurzem die Kaffeehauskette Starbucks Coffee Japan Ltd.) dazu übergehen, ihre Trinkhalme nur noch aus umweltfreundlicheren Materialien wie Papier anzubieten, kann auf diesem Weg die Menge des anfallenden Plastikmülls in Japan weiter reduziert werden.

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