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Zahl ist auf 100 gesunken

Ogasawara-Grünfink vom Aussterben bedroht – Inselbewohner wollen Vogelart retten

Der Ogasawara-Grünfink droht für immer zu verschwinden. Die Bewohner der Inselkette vor Tokyo wollen das nicht zulassen und haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, das Aussterben des Vogels zu verhindern.

Die abgelegene Ogasawara-Inselkette zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und bietet aktuell noch 100 Grünfinken ein Zuhause. 2010 waren es noch 200 Vögel, sagt Kazuto Kawakami, 47, leitender Forscher am Forschungsinstitut für Forstwirtschaft und Forstprodukte. Die Art sei kurz davor auszusterben, betont der Forscher. Die Finken leben in einem Gebiet um Hahajima und Minami-Iwoto.

Grünfink wird auf Roter Liste geführt

Der japanische Grünfink wird in der Roten Liste des Umweltministeriums in die Kategorie „Gefährdete Klasse IA“ geführt. Das bedeutet, es besteht das höchste Risiko des Aussterbens dieser Art. Vor einiger Zeit gingen Forscher noch davon aus, dass es sich um dieselbe Art Grünfink handelt, die auf dem japanischen Festland zu beobachten ist. Eine wissenschaftliche Arbeit aus 2020 belegt jedoch, dass es sich um zwei unterschiedliche Arten handelt.

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Der Naturexperte Kawakami und einige Inselbewohner hielten im vergangenen Jahr einen Workshop ab, um der Ursache des Finkensterbens auf den Grund zu gehen. „Wir sind fest entschlossen, den Ogasawara-Grünfink um jeden Preis an die nächste Generation weiterzugeben“, sagte Dairo Kawaguchi, 44, Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Workshops.

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Zu den natürlichen Feinden des Ogasawara-Grünfink zählen demnach Wanderratten, die die Ausbreitung des Vogels hemmen. Auch verwilderte Katzen machen den Vögeln das Leben auf der Inselkette schwer. Mit seinen 18 Gramm Körpergewicht und einer Körperlänge von 15 Zentimetern ist der Vogel leichte Beute. Maßnahmen, die die Schäden durch genannte Tiere möglichst vermeiden sollen, stehen ganz oben auf der Prioritätenliste zur Rettung des Grünfink.

Zucht auf der Inselkette für mehr Vögel

Für ein erneutes Anwachsen der Population soll außerdem mithilfe einer Zucht gesorgt werden. Das Workshop-Kommitee plant eine Zucht vor Ort auf der Inselkette. Die auf diese Weise aufgezogenen Vögel sollen dann schrittweise an das selbstständige Leben in der Natur Ogasawaras gewöhnt werden.

Die Ideen, die im Workshop gesammelt wurden, sind einem dialogbasierten Ansatz zu verdanken, der bereits zur Erhaltung von Tieren wie der Tsushima-Katze genutzt wurde. Den Rahmen für den intensiven Dialog gab auch in diesem Fall die Weltnaturschutzunion IUCN. In diesem Rahmen entwickelten die Workshopteilnehmer einen Plan zur Erhaltung des Grünfink, während sie mehrere Tage gemeinsam in einem Camp verbrachten.

Professor glaubt an Ergebnisse

Diese durch Inselbewohner und Forscher erarbeiteten Ergebnisse lassen sich nur schwer von der Regierung ignorieren, ist sich Shinichi Hayama sicher. Hayama ist Professor für Wildtierstudien an der Nippon Veterinary and Life Science University.

Seit September 2020 hielten vier Arbeitsgruppen mehrere Sitzungen per Videokonferenz ab, um die Workshopergebnisse zu vertiefen. Im Dezember wurde ein weiterer allgemeiner Workshop abgehalten. Dem finalen Erhaltungsplan wird durch eine Abstimmung der Teilnehmer der Feinschliff verpasst. Weitere Informationen zum Workshop gibt es hier.

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