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Immer mehr Ziegen werden in den Naturschutzgebieten gesichtet

Wilde Ziegen auf Amami-Oshima werden immer mehr zum Problem

Laut einer Untersuchung auf der Insel Amami-Oshima in der japanischen Präfektur Kagoshima ist die Population der wilden Ziegen auf der Insel innerhalb der letzten sieben Jahre um ganze 30 Prozent gewachsen.

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Umwelt- und Tierschutzorganisationen sind besorgt, dass diese Entwicklung negative Folgen für die natürliche Flora und Fauna der Insel haben könnte, zumal die Tiere auch bereits in den Bergregionen der Insel gesichtet wurden, die zum Weltnaturerbe gehören.

Die wilden Ziegen verbreiten sich immer weiter

Die wilden Ziegen entdecken immer neue Lebensräume für sich. Früher waren sie am häufigsten in der Nähe der Klippen gesichtet worden. Inzwischen sind sie auch in den Bergen zu finden.

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Mamoru Tsuneda, ein auf Amami lebender Naturfotograf, kommentierte diesbezüglich: „Für die Ziegen spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Naturerbe handelt. Sie sind nachtaktiv und grasen bis zu den Wurzeln. Auch seltene Pflanzen werden gefressen.“

Auch wenn sie ausschließlich das Unkraut fressen würden, wäre das immer noch sehr problematisch, da die Pflanzen die obersten Erdschichten festhalten und stabilisieren.

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Werden sie weggefressen und der Boden unter ihnen freigelegt, kann das dazu führen, dass Erde und Sand abfließen, was wiederum laut Tsuneda auch das Ökosystem der Bergregionen beeinträchtigen könnte.

Untersuchung der Präfekturregierung liefert Beweise für diese Entwicklung

2021 gab die Präfekturregierung von Kagoshima eine Untersuchung der Wildziegenpopulation in Auftrag. Im Juli desselben Jahres wurde geprüft, wo sich die Tiere aufhalten und wie sich ihre Population entwickelt hat.

Insgesamt wurden 642 Tiere entlang von acht verschiedenen Bootsrouten gezählt. Die Untersuchung konnte ebenfalls bestätigen, dass sich die Ziegen inzwischen auch vermehrt in den Bergen aufhalten.

Alte und neue Schutzmaßnahmen

Seit 2016 fangen die fünf örtlichen Gemeinden jährlich 200 bis 300 der Tiere ein. Eine Maßnahme, um ihre weitere Verbreitung einzudämmen. Dennoch ist ihre Zahl in den letzten Jahren immer weiter gestiegen.

Die örtliche Präfekturregierung will sich zukünftig an den Methoden orientieren, die bereits auf den entfernten Ogasawara-Inseln im Süden Tokyos erfolgreich angewendet wurden. Dort ist es den Behörden gelungen, die Wildziegen auszurotten.

Wie die Ziegen die Insel erobern konnten

Auf der Insel Amami-Oshima werden schon lange Ziegen gezüchtet und als Vieh gehalten. Die Tiere lebten allerdings zumeist nicht in Gehegen oder Ställen, sondern frei im Gelände. 2007 wurden dann die ersten Probleme mit diesem Haltungssystem offensichtlich.

Im folgenden Jahr erließen die fünf Gemeinden der Insel eine Verordnung, die es verbietet, Ziegen frei herumlaufen zu lassen.

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